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Die verlorenen Mercedes-Benz-Streamliner: Zukünftige Neubauten?

Der jüngste Artikel über den Schnellsportwagen von Auto Union hier auf PreWarCar.de hat einige interessante Kommentare ausgelöst. Nicht jeder ist ein Fan des brandneuen Silver Arrow-Straßenwagens, der nie realisiert wurde. Dennoch haben wir das Gefühl, dass wir von den verlorenen Prototypen, den hätte-es-werden-Karos und den verschwundenen Rennwagen noch lange nicht alles gesehen haben – und der Mercedes-Benz 500K Spezial Stromliniënwagen Deutschland-fahrt könnte das nächste Fahrzeug sein, das neu aufgebaut wird.

 

Der Beiname „Deutschland-fahrt“ verdankt das Fahrzeug der gleichnamigen Rennveranstaltung, an der es teilnahm. Es handelte sich um einen Langstreckenrallye, der erstmals 1933 organisiert wurde, aber vielleicht besser bekannt wurde als „2000 Km Durch Deutschland“, wie es auch auf den Rennplaketten von 1934 zu lesen war. Das Straßenrennen wurde vor allem als Ausdauerprüfung veranstaltet, um die Qualitätsprodukte der deutschen Automobilhersteller zu demonstrieren und zu bewerben. 1934 fiel die Organisation in die Hände von Adolf Hühnlein und seinem N.S.S.K. (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps), was die Industrie offenbar noch mehr dazu anspornte, ihre besten Seiten zu präsentieren. In Baden-Baden waren an der Startlinie nicht weniger als 650 Autos zu sehen, während in Leipzig weitere 1.088 Motorräder zum 2.000 km langen Rennen antraten.

 

Mercedes-Benz meldete sechs überladene 500K-Werkswagen an, wobei das hier gezeigte Fahrzeug wahrscheinlich das ungewöhnlichste von ihnen ist. Es handelte sich um ein Einzelstück mit einer speziellen, stromlinienförmigen Coupé-Karosserie, entworfen von einem jungen Rudolf Uhlenhaut und seltsam „Sport Roadster“ genannt. Das abfallende Fastback-Dach mit einem unter einer Abdeckung verborgenen Reserverad ist vielleicht das markanteste Merkmal, aber auch das Fehlen von Heckschürzen, wie man sie damals kannte, fällt besonders auf. Es ist unbekannt, was nach dem Rennen mit dem Fahrzeug geschah. Die Überlebenschancen scheinen gering, aber ob es einem gefällt oder nicht – eine Neuanfertigung wäre sicherlich möglich.

 

Außerdem haben wir herausgefunden, dass in derselben Rennveranstaltung von 1934 noch mindestens ein weiterer Mercedes-Benz 500K (in Privatregistrierung) angemeldet war – und zwar vom Indonesier Tan Tjoan Keng, den langjährige Leser vielleicht noch aus einem Artikel von 2011 kennen. Man nimmt an, dass er mehr als einen besaß, doch möglicherweise handelte es sich dabei um seine eigene außergewöhnliche Spezial Stromliniënwagen-Variante, ein Fahrzeug, das mindestens genauso extravagant war wie dieses Werkscoupé. Keng nutzte seinen hellen 500K-Streamliner ausgiebig, um vor dem Zweiten Weltkrieg die Welt zu bereisen (siehe Bild 4). Nachkriegs sind Spuren des Fahrzeugs rar und von Geheimnissen umhüllt. Zuletzt wurde es 1951 von Tan’s örtlicher Werkstatt in Oegstgeest (Niederlande) zum Verkauf angeboten – eine Werkstatt, von der man annimmt, dass sie das große Coupé von Anfang an gewartet hat. Bisher scheint dies ein toter Endpunkt zu sein. Könnte dieses Fahrzeug überleben? Oder ist es das nächste, das als Replikat nachgebaut wird?

 

Text: Jeroen Booij

 

Publiziert:
Mittwoch Februar 19th, 2025
Simon Malisse
20 Februar 2025, 04:56
There's this 540K Autobahn Kurier for sale:
https://www.prewarcar.com/628980-mercedes-benz-540k-autobahn-kurier

A very sexy car!
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Herman van Oldeneel
19 Februar 2025, 06:07
Tan Tjoan Keng drove a Mercedes-Benz 380K convertible in the 2000km race in 1934, with race number 36. He was listed in the list of participants as ‘T. T. Keng’. He did not acquire the Mercedes-Benz 500K until 1935.
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Michael Schlenger
19 Februar 2025, 00:38
Interesting article, as usual. However, I fail to recognise a car with a streamlined body in the first three photos—or was this creation with coupé-style roof supposed to drive backwards, in order to be faster? Let's be honest: there were very few actual streamliners in the 1930s and this awkward Mercedes definitely didn't belong in this category.

Talking of recreations, I hope that no one comes up with the idea to resurrect another German monstrosity of that era, the pseudo-streamliner Maybach "Zeppelin" with body by Spohn. Attached is an ultra-rare photo taken in Garmisch (from my collection) showing this beast. One last remark: I'd greatly appreciate it, if the pre-war car community would entirely focus on the preservation or restoration of existing cars.
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Jeroen Booij
20 Februar 2025, 18:12
A replica of the Spohn Maybach has been made, or at least someone started doing so. The abandoned project was found near Kiev in the Ukraine just before the Russians started a war there.
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