Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Herkunftsland: Großbritannien
Ursprung: 1920er-Jahre, Oxford
Wichtige Persönlichkeit: Cecil Kimber
Vorkriegsmodelle: MG M-Type Midget, C-Type, J2, K3 Magnette, PA, PB, TA, TB, SA und WA
Nur wenige britische Automobilmarken sind so eng mit erschwinglichen Sportwagen verbunden wie MG. Die Marke entstand in den 1920er-Jahren aus Morris Garages in Oxford und entwickelte sich von einem kleinen Betrieb, der sportliche Varianten von Morris-Automobilen herstellte, zu einem der bekanntesten britischen Sportwagenproduzenten. Unter der Leitung von Cecil Kimber verband MG attraktive Karosserien, lebhafte Fahrleistungen und zuverlässige Technik zu Automobilen, die eine wachsende Zahl begeisterter Autofahrer ansprachen.
In den 1920er- und 1930er-Jahren erwarb sich MG mit Modellen wie dem M-Type Midget, J2, PA, PB und TA einen ausgezeichneten Ruf. Wettbewerbsfahrzeuge wie der C-Type und K3 Magnette erzielten internationale Erfolge, während größere Modelle wie der SA und WA komfortableres Reisen ermöglichten. Heute werden erhaltene Vorkriegs-MG wegen ihres unverwechselbaren Designs, ihrer ansprechenden Fahreigenschaften und ihrer bemerkenswerten Motorsportgeschichte geschätzt. Sie sind bei Sammlern, Restauratoren und Liebhabern historischer Rallyes und des traditionellen britischen Automobils weiterhin beliebt.
Die Geschichte von MG begann bei Morris Garages in Oxford, einem Unternehmen, das eng mit William Morris und seinem wachsenden Automobilkonzern verbunden war. Cecil Kimber kam Anfang der 1920er-Jahre zu Morris Garages und erkannte bald das Potenzial sportlicherer Ausführungen bestehender Morris-Modelle. Durch die Kombination bewährter mechanischer Komponenten mit leichteren, attraktiveren Karosserien und sorgfältig ausgewählten technischen Änderungen entstanden Automobile, die sich deutlich von gewöhnlichen Tourenwagen unterschieden.
Mitte der 1920er-Jahre wurde der Name MG mit sportlichen Varianten des Morris Oxford verbunden. Der MG 14/28 Super Sports und sein Nachfolger, der 14/40, trugen wesentlich zur Entwicklung der Markenidentität bei. Diese Automobile behielten einen großen Teil der zuverlässigen Morris-Technik bei, boten jedoch bessere Fahrleistungen, eine eigenständige Gestaltung und einen individuelleren Charakter. Das berühmte achteckige MG-Emblem wurde zum dauerhaften Symbol der sportlichen Ambitionen des Unternehmens.
Gegen Ende der 1920er-Jahre beschleunigte sich die Entwicklung von MG. Der größere 18/80, der 1928 vorgestellt wurde, bedeutete einen wichtigen Schritt hin zu einer eigenständigeren MG-Konstruktion mit einem Sechszylindermotor mit obenliegender Nockenwelle und einem soliden sportlichen Fahrgestell. Gleichzeitig erkannte Kimber, dass kleinere und preiswertere Sportwagen einen wesentlich größeren Kundenkreis erreichen konnten. Diese Idee sollte für die Zukunft von MG entscheidend werden.
Der 1929 eingeführte MG M-Type Midget wurde zu einem der einflussreichsten kleinen britischen Sportwagen seiner Zeit. Er basierte auf Komponenten des Morris Minor und verwendete einen 847-cm³-Vierzylindermotor mit obenliegender Nockenwelle sowie eine leichte Karosserie, die zunächst in stoffbespannter Bauweise ausgeführt wurde. Der M-Type bot lebhafte Fahrleistungen, vergleichsweise niedrige Betriebskosten und ein attraktives sportliches Erscheinungsbild zu einem Preis, der deutlich mehr Käufern zugänglich war als bei den meisten zeitgenössischen Sportwagen.
Der M-Type begründete eine Formel, die MG über Jahrzehnte prägen sollte: ein kompakter, direkt ansprechender Sportwagen, der sowohl auf öffentlichen Straßen als auch bei Amateurwettbewerben Freude bereitete. Sein Erfolg zeigte zudem das kommerzielle Potenzial der Bezeichnung Midget. Frühe Exemplare sind heute wegen ihrer engen technischen Verwandtschaft mit Morris und ihrer Bedeutung für die Entwicklung erschwinglicher britischer Sportwagen besonders interessant.
Der Motorsport spielte eine zentrale Rolle beim internationalen Aufstieg von MG. Anfang der 1930er-Jahre entwickelte das Unternehmen zunehmend spezialisierte Rennwagen und erzielte Erfolge in Brooklands, bei internationalen Straßenrennen und bei Rekordversuchen. Der MG Double Twelve M-Type erinnerte an die Erfolge der Marke beim Brooklands-Double-Twelve-Rennen, während der C-Type Midget das Potenzial kleiner, leichter und kompressoraufgeladener Wettbewerbsfahrzeuge demonstrierte.
Einer der größten sportlichen Erfolge gelang 1933, als ein MG K3 Magnette seine Klasse bei der Mille Miglia gewann. Später im selben Jahr fuhr Tazio Nuvolari mit einem K3 Magnette zum Gesamtsieg bei der RAC Tourist Trophy. Der K3 kombinierte einen aufgeladenen Sechszylindermotor mit einem kompakten sportlichen Fahrgestell und entwickelte sich zu einem der berühmtesten MG-Rennwagen der Vorkriegszeit. Diese Erfolge festigten den Ruf von MG als ernstzunehmende internationale Rennwagenmarke.
Darüber hinaus verfolgte MG mit großer Entschlossenheit Geschwindigkeitsrekorde. Speziell vorbereitete Kleinwagen bewiesen, dass geringe Hubräume in Verbindung mit fortschrittlicher Technik und Kompressoraufladung außergewöhnliche Geschwindigkeiten ermöglichen konnten. Die Erfolge im Motorsport stärkten das Ansehen der Serienmodelle und schufen eine dauerhafte Verbindung zwischen MG-Straßensportwagen und Rennsport.
Die 1932 eingeführte MG J-Type-Baureihe entwickelte den kleinen Midget zu einem der bekanntesten britischen Sportwagen der 1930er-Jahre weiter. Der zweisitzige J2 mit seiner niedrigen Karosserie, den ausgeschnittenen Türen, freistehenden Kotflügeln und dem hinten montierten Reserverad prägte einen Stil, der eng mit MG verbunden wurde. Zur Baureihe gehörten auch spezialisierte Kompressorversionen, insbesondere J3 und J4, die von den Erfahrungen des Unternehmens im Motorsport profitierten.
Auf den J-Type folgte der P-Type Midget. Der MG PA von 1934 erhielt einen überarbeiteten 847-cm³-Motor mit dreifach gelagerter Kurbelwelle, während der PB von 1935 einen auf 939 cm³ vergrößerten Hubraum besaß. Beide Modelle bewahrten den traditionellen Charakter der kleinen MG-Sportwagen und boten zugleich technische Verbesserungen. Heute zählen J2, PA und PB zu den gefragtesten Vorkriegs-MG für Liebhaber kompakter Abmessungen, lebhafter Fahreigenschaften und der unverwechselbaren Gestaltung britischer Roadster der 1930er-Jahre.
Neben den vierzylindrigen Midgets entwickelte MG verschiedene sportliche Sechszylindermodelle. Der 1931 vorgestellte F-Type Magna war vom Wolseley Hornet abgeleitet und bot eine geräumigere Alternative zu den kleineren MG-Modellen. Die anschließenden K-Type- und N-Type-Magnettes entwickelten dieses Konzept mit Sechszylindermotoren und sportlichen oder komfortableren Tourenwagenkarosserien weiter.
Der kompressoraufgeladene K3 Magnette wurde zum berühmtesten Wettbewerbsfahrzeug dieser Familie. Doch auch die für den Straßenverkehr gebauten Magnas und Magnettes waren für den kommerziellen Erfolg von MG wichtig. Mit verschiedenen offenen und geschlossenen Karosserievarianten richteten sie sich an Käufer, die mehr Komfort und Platz suchten, ohne auf den sportlichen Charakter der Marke verzichten zu wollen.
Mitte der 1930er-Jahre wurden die MG-Serienfahrzeuge komfortabler und technisch konventioneller. Der 1936 eingeführte MG TA ersetzte den bisherigen Midget-Motor mit obenliegender Nockenwelle durch einen größeren 1.292-cm³-Motor mit Stoßstangen und hängenden Ventilen. Außerdem erhielt er hydraulische Bremsen und eine geräumigere Karosserie. Dadurch eignete sich der TA besser für den Alltag, ohne sein traditionelles Erscheinungsbild als britischer Sportwagen zu verlieren.
1939 wurde der TA vom MG TB abgelöst. Dieser erhielt den neuen 1.250-cm³-XPAG-Motor, der zu einem der wichtigsten MG-Triebwerke werden sollte, sowie weitere technische Verbesserungen. Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion unterbrochen, weshalb der TB ein vergleichsweise seltenes Modell ist. Seine Grundkonstruktion bildete anschließend die Basis für den 1945 vorgestellten MG TC, der nach dem Krieg wesentlich zur internationalen Popularität britischer Sportwagen beitrug.
MG war keineswegs ausschließlich ein Hersteller kleiner Sportwagen. In der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre bot das Unternehmen auch größere und luxuriösere Automobile an. Der 1936 vorgestellte sechszylindrige MG SA war mit eleganten geschlossenen und offenen Karosserien erhältlich, während der größere MG WA von 1938 die eindrucksvollste Verkörperung der Vorkriegsambitionen von MG im Bereich komfortabler Reisewagen darstellte.
Diese Automobile konkurrierten in einem Marktsegment, in dem auch Hersteller wie Alvis, Riley und Lagonda vertreten waren. Ihre Verbindung aus Komfort, attraktiven Karosserien und MG-Identität macht sie für Sammler interessant, die einen kultivierteren Vorkriegswagen bevorzugen. Erhaltene Exemplare sind erheblich seltener als die bekannten Midget-Sportwagen.
Nach dem Krieg nahm MG die Sportwagenproduktion mit dem TC wieder auf, gefolgt von TD und TF. Der 1955 vorgestellte MGA brachte eine modernere Gestaltung, während sich der MGB von 1962 zu einem der bekanntesten britischen Sportwagen weltweit entwickelte. Daneben produzierte die Marke weiterhin sportliche Limousinen und kleinere Sportwagen, darunter spätere Ausführungen des MG Midget.
Obwohl MG später mehrere Eigentümerwechsel und organisatorische Veränderungen erlebte, bleibt der historische Ruf der Marke eng mit den unter Cecil Kimber entwickelten Sportwagen verbunden. Der Name MG besteht heute unter MG Motor fort, doch die Vorkriegsfahrzeuge besitzen innerhalb der britischen Automobilgeschichte eine eigenständige Identität.
Beim Kauf eines Vorkriegs-MG sind Originalität und eine gut dokumentierte Fahrzeuggeschichte besonders wichtig. Fahrgestell- und Motornummern sollten anhand verfügbarer Werksunterlagen überprüft werden. Auch der korrekte Motortyp, das Getriebe, die Fahrgestellspezifikation und die Karosserieausführung verdienen Aufmerksamkeit. Viele MG-Sportwagen wurden im Laufe ihres Lebens für Wettbewerbe umgebaut oder umfassend rekonstruiert. Der Unterschied zwischen einem originalen Fahrzeug, einem zeitgenössisch modifizierten Exemplar und einer späteren Rekonstruktion kann daher erhebliche Auswirkungen auf die historische Bedeutung und den Wert haben.
Auch der Zustand des Fahrgestells, der gegebenenfalls vorhandenen hölzernen Karosseriestruktur, der Radaufhängung, der Bremsen und des Motors sollte sorgfältig geprüft werden. Eine gut dokumentierte Restaurierung kann wertvoll sein, doch Originalität und historisch korrekte Komponenten sind insbesondere bei seltenen Modellen wie K3 Magnette, C-Type und frühen Midgets besonders gefragt. Spezialisierte MG-Clubs und Markenexperten können bei der Erforschung eines einzelnen Fahrzeugs wertvolle Unterstützung leisten.
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Historische Quelle: G.N. Georgano, The Complete Encyclopaedia of Motorcars, für diesen Artikel ergänzt und überarbeitet.
Wir legen großen Wert auf korrekte historische Informationen. Wenn Sie Berichtigungen oder Ergänzungen zur Geschichte von MG haben, kontaktieren Sie uns bitte unter [email protected].


