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Mit dem Mors V4 von 1898 bis nach Brighton ringen? Tja… nicht ganz!

Da die London to Brighton Veteran Car Run bald bevorsteht, haben wir bereits einen Blick auf die beeindruckende Teilnehmerliste mit über 400 Fahrzeugen geworfen. Eines der Autos, das sofort unsere Aufmerksamkeit erregte, ist ein Mors Dog Cart. Zum ersten Mal begegneten wir diesem Wagen Anfang dieses Jahres bei der Yorkshire Veteran Car Run und waren sofort beeindruckt. Denn dies ist nicht einfach nur ein Chassis mit vier Rädern – es handelt sich um ein gut konstruiertes Automobil von 1898 mit einem V4-Motor. Ja, Sie haben richtig gelesen: ein V4, ein echter Vierzylinder. Wie mag es sein, eine solche Maschine zu fahren? Wir fanden, es lohnte sich, das näher zu untersuchen.

 

Als Erstes stießen wir auf eine alte Zeichnung, die die Bedienelemente erklärt. Ein Hebel für die Kraftstoffzufuhr, ein weiterer zum manuellen Einleiten von Benzin in den Vergaser, einer für die Luftzufuhr. Dazu ein Hebel zum Spannen des Riemens, einer zum Umlegen des Riemens zwischen den Riemenscheiben, eine Handbremse und schließlich eine Fußbremse. Das macht schon sieben – und vermutlich haben wir noch ein oder zwei vergessen – bevor man überhaupt das Lenkrad mit beiden Händen ergreift. Eine echte Herausforderung.
Doch es ist eine Herausforderung, die der neue kanadische Besitzer gerne annimmt. Zusammen mit dem Veteranen-Spezialisten Evan Ide hat er den Mors umfassend getestet, um ihn für die diesjährige Run vorzubereiten. Beide sind keine Neulinge in der Welt der frühen Automobile, nehmen sie doch jedes Jahr mit einer kleinen Gruppe von Veteranen teil. Dennoch überrascht der Wagen mit seiner Gelassenheit. Evan beschreibt ihn als „einen der angenehmsten Veteranen, die ich je gefahren habe – sehr entspannt, mit beeindruckender Steigfähigkeit, selbst mit vier Personen an Bord. Er fährt im hohen Gang langsam dahin und beschleunigt dann wieder ohne zu murren. Die Bremsen sind bei niedriger Geschwindigkeit ausgezeichnet, doch wie bei jedem frühen Auto muss man das Tempo unter Kontrolle halten.“

 

Kurzgeschichte des Fahrzeugs
Dieser Mors wurde 1898 von Friswell Ltd. geliefert. Im Juni 1899 wurde er auf der Automobile Club Show in Richmond ausgestellt, wo Mr. Friswell selbst damit an einer Ausfahrt teilnahm. Jahrzehnte später, 1963, tauchte das Fahrzeug in Irland wieder auf und gelangte anschließend in die Sammlung des inzwischen verstorbenen Robert Brooks, des bekannten Auktionators und Liebhabers früher Automobile. Im vergangenen Jahr überquerte es den Atlantik zu seinem heutigen Besitzer.

Mors baute 1898 fast 200 V4-betriebene Fahrzeuge, doch soweit bekannt, ist dies das einzige, das heute noch existiert.


Das Herzstück des Dog Cart ist sein raffiniert konstruierter V4. Auf die Frage, was er von dem Motor halte, antwortete Evan ohne Zögern: „Das Auto ist ein technisches Meisterwerk. Die vier Zylinder sind an einem bronzenen Kurbelgehäuse befestigt und – ganz im Mors-Stil – verfügen über luftgekühlte Zylinder mit wassergekühlten Köpfen. Vor einiger Zeit wurde ein kleiner Ventilator hinzugefügt, um die hinteren Zylinder zu kühlen, und ich hatte nie Probleme mit Überhitzung.“
Evan fährt fort: „Mors entwickelte ein sehr kluges und fortschrittliches Ansaugsystem. Jeder Zylinder hat seine eigene Drossel am Einlassventil, und elegant gebogene Rohre führen zu einem zentralen Plenum. Eine einzige Kammer speist vier separate Kanäle, und jedes Einlassrohr ist so geformt, dass es die gleiche Länge hat – auch der Auspuff ist auf diese Weise gestaltet. Damit löste Mors ein häufiges Problem bei Mehrzylindermotoren mit atmosphärischen Einlassventilen, bei denen Rückströmungen das Gemisch stören konnten. Durch die Trennung der Einlässe vermied Mors dieses Problem, und deshalb läuft der Motor so bemerkenswert gleichmäßig.“


Er ergänzt: „Wie die meisten Mors-Fahrzeuge war auch dieses ursprünglich mit einer Make-and-Break-Zündung ausgestattet, die von einer Niederspannungs-Dynamo angetrieben wurde. Diese Dynamo versorgte nicht nur die Zündspule, sondern lud auch die Starterbatterie – sehr fortschrittlich für die damalige Zeit. Leider wurde sie irgendwann durch ein Trembler-System ersetzt, aber ich arbeite daran, die ursprüngliche Anlage wiederherzustellen. Falls jemand jemals eine Mors-Dynamo gesehen hat, würde ich sehr gerne davon erfahren.

 

Seit seiner Anschaffung benötigte der Mors lediglich sorgfältige Anpassungen und eine Rückkehr zu luftbereiften Rädern im Stil der Epoche. Wie bei allen Veteranen gibt es immer etwas zu tun, doch das unmittelbare Ziel ist klar: die London to Brighton Run.

 

Der Mors von 1898 trägt die Startnummer 20 bei der London to Brighton Veteran Car Run 2025. Er soll am Sonntag, den 2. November, um 6:56 Uhr im Hyde Park starten. Wir können es kaum erwarten, ihn in Aktion zu sehen!

 

Text von Laurens Klein

 

Publiziert:
Montag Oktober 13th, 2025
Peter Flower
19 Oktober 2025, 13:17
If there is a manual pump to deliver fuel to the engine, does this mean that there is no aspirational venturi effect? Does the fuel enter the cylinders in a stream, or in an aerosol?
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