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Wheelbase II: Die wichtigsten Automobile in „The Tunisian Operation“

Bücher über klassische Automobile sind oft entweder trockene Enzyklopädien oder reine Fiktion ohne technische oder historische Tiefe. Wheelbase II – The Tunisian Operation von Michael Kliebenstein bildet hier eine wohltuende Ausnahme. Kliebenstein ist nicht nur Autor, sondern auch ein renommierter Classic-Car-Händler mit jahrzehntelanger Erfahrung. Nach dem Erfolg von Wheelbase erschien nun diese Fortsetzung – erneut ein fiktiver Thriller, in dem reale Automobile die Hauptrollen spielen. Wir sprachen mit Michael über die wichtigsten Fahrzeuge seines Buches:

 

1936 – Auto Union Type C (V16, 6 Liter)

Der Auto Union Type C ist für Kliebenstein eine Obsession. „Er ist der Ursprung des modernen Formel-1-Konzepts: Motor, Getriebe und Aufhängung als eine Einheit im Heck. Ganz Ferdinand Porsche.“ Jahrelang verfolgte er das Gerücht, dass ein Exemplar, das beim Grand Prix von Tunis 1936 verunglückte, nie nach Europa zurückkehrte und irgendwo in Nordafrika im Sand begraben liege. In Wheelbase II lassen seine Helden diesen mythischen Wagen tatsächlich wieder auftauchen – eine Entdeckung, die sich wie reine Poesie für den wahren Kenner liest.

 

1939 – Rolls-Royce Phantom III Grand Cabriolet by Park Ward

Chassis 3DL200 stand einst in Kabul. Dieser Phantom III bildet das emotionale Herz des Buches. Bereits in den 1980er-Jahren wusste Kliebenstein von seiner verlassenen Existenz auf dem Gelände des Königspalastes. „Er gehörte einst dem König von Afghanistan. So begehrenswert. Doch unter dem Taliban-Regime konnte ich ihn nie erreichen.“ Ursprünglich an König Mohammed Zahir Shah in Peshawar ausgeliefert, gelangte der Wagen später nach Kabul. Unter der Taliban-Herrschaft wurde er zerstört; das Aluminium der Park-Ward-Karosserie wurde zu Besteck eingeschmolzen. Im Buch lebt der Rolls-Royce als Träger eines großen Geheimnisses weiter. Die Wüstenkapitel zählen zu den Höhepunkten. Bis heute weiß niemand, wo sich die Überreste befinden.

 

1943 – Dodge WC52 & WC63

Wahrscheinlich glaubt mir niemand, wenn ich sage, dass der Dodge WC52 ein fantastisches Auto ist“, lacht Kliebenstein. „Alle wollen einen Willys Jeep. Aber ich schätze diese Fahrzeuge sehr.“ In der Geschichte durchqueren ein WC52 und ein dreiachsiger WC63 die tunesische und libysche Wüste. Der WC52 trägt den Namen „Desert Belle“. „Das ist mein Heldenauto – ich fahre selbst einen.“ Schließlich landet er in London und stellt sich dort den Schurken. Ein militärisches Arbeitstier mit Charakter.

 

1957 – Bentley S1 Continental Fastback

In den ersten Kapiteln fahren die Protagonisten einen rauchgrünen Bentley S1 Continental Fastback mit rotem Leder. Für Kliebenstein ist er einer der besten Continentals überhaupt: „Perfekt ausbalanciert, schnell, enormes Drehmoment, scharf und direkt. Ich ziehe ihn sogar dem R-Type vor.“ Der Bentley dient als Alltagsauto – genau dafür wurde er geschaffen.

 

1962 – Ford Galaxie Convertible

Dieses amerikanische Cabriolet hat für den Autor eine persönliche Bedeutung. „Ich sehe darin immer einen amerikanischen Soldaten in Europa. Als ich jung war, fuhr hier ein Sergeant in Uniform immer in einem Galaxie.“ Dieses Bild wurde zur Grundlage von Kapitel sechs.

 

1966–1971 – Ferrari 275 GTB/4 & 365 GTB/4 Daytona Spyder

Beide Ferrari inspirieren Kliebenstein seit Jahren. Einst wurden sie ihm von einem Betrüger angeboten, der sie nicht einmal besaß – er polierte sie lediglich. Diese Erfahrung fand ihren Weg in die Geschichte und verlieh der Handlung eine unerwartete Wendung.

 

1969–1971 – Porsche 917 Long Tail

Die frühen Porsche-Prototypen sind die wahren Supersportwagen der 1960er-Jahre.“ Kliebenstein arbeitete mit mehreren 917 und stützte eine dramatische Szene auf seine Erfahrung mit dem David-Piper-917. „Ich wollte ihre extreme Zerbrechlichkeit vermitteln. Es war eine Ära, in der die Angst immer mitfuhr.“ Im Buch führt dies zu einem schweren Unfall in Silverstone.

 

1984 – Ferrari 288 GTO

In Kapitel acht taucht ein 288 GTO mit geheimnisvoller Vergangenheit auf. „Viele Ferrari bestehen in Wahrheit aus mehr als einem Fahrzeug. Dieser auch – doch später stellte sich heraus, dass es sich um einen ultra-seltenen Group-B-Rallyewagen handelt.“ Im Buch dreht sich alles um die Frage: Welche Fahrgestellnummer ist es wirklich?

 

1987 – Ferrari F40

Der F40 ist nichts für Zartbesaitete“, sagt Kliebenstein. Schwere Kupplung, gnadenloses Getriebe. In der Geschichte fahren seine Helden mitten im Winter mit einem F40 über die M1. „Er bockt wie ein wildes Pferd. Man muss ihn am Genick packen.“ Klassiker aus ihrer Komfortzone holen – das ist seine Leidenschaft.

 

2003 – Rolls-Royce Phantom VII

Kliebenstein war an der Wiedergeburt von Rolls-Royce unter BMW beteiligt und fuhr Tausende Kilometer mit verschiedenen Phantom VII. Seine Favoriten sind das Coupé und der EWB. „Diese modernen Klassiker spielen in meinen Büchern immer eine große Rolle.

 

Wheelbase II – The Tunisian Operation ist somit ein Thriller, geschrieben von jemandem, der die Geschichte seiner Protagonisten lebt – oder vielleicht umgekehrt. In jedem Fall stammt er von jemandem, der für diese Automobile lebt. Und das wird nie langweilig.

 

Details:

  • Titel: Wheelbase II – The Tunisian Operation
  • Autor: Michael Kliebenstein
  • Preis: € 16.95
  • Bestellen: hier klicken.
Publiziert:
Sonntag Januar 11th, 2026

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