Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Wenn der Name Harley Earl fällt, ist Lob meist nicht weit entfernt. Und das zu Recht. Als erster Designchef bei General Motors und später als Vizepräsident hinterließ er einen großen Eindruck in der Welt des Automobildesigns. Earl war derjenige, der das Konzept des Concept Cars einführte, „als sowohl ein Werkzeug im Designprozess als auch ein cleveres Marketinginstrument.“ Darüber hinaus stand er an der Wiege einiger sehr einflussreicher Serienmodelle, nicht zuletzt der Chevrolet Corvette. Auch die Erfindung der Heckflosse wird ihm zugeschrieben.
Doch Earl hatte ein automobilistisches Leben vor GM. Er war der Sohn von J. W. Earl, dem Gründer von Earl Carriage Works, später Earl Automobile Works – dem Karosseriebauer aus Los Angeles. Und dort begann der junge Harley seine Karriere als Designer. Bereits 1918, mit 25 Jahren, entwarf er Autos für zwei der größten Stummfilmstars Hollywoods: ein unbekanntes Fahrzeug, das angeblich einen Ledersattel für Westernstar Tom Mix hatte (weiß jemand mehr?), und einen Pierce-Arrow Model 66 für den Komiker Roscoe ‚Fatty‘ Arbuckle. Letzterer wurde beschrieben als „die extravaganteste maßgefertigte Luxuskarosserie, die 25.000 Dollar kostete.“
Das hier gezeigte Fahrzeug ist ein weiteres interessantes und frühes Earl-Design, doch sowohl die Grundlage als auch der ursprüngliche Besitzer sind ungewiss. Eine Quelle berichtet, dass es für den Öl-Tycoon Edward L. Doheny auf einem Pierce-Arrow-Fahrgestell gebaut wurde. Eine andere erwähnt: „Earls radikales Cadillac Town Car von 1918 besaß eine geneigte, verkleidete Windschutzscheibe, Trittbretter und ein Bullaugenfenster.“ Wer weiß mehr?
Words: Jeroen Booij
Picture: State Archives Poland / Archiwa Państwowe