Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Hände hoch – wer von euch ist schon einmal von Küste zu Küste gefahren? Wir denken an den großen amerikanischen Roadtrip von NY nach LA oder umgekehrt, aber natürlich hat es unzählige Varianten dieser großartigen Reise gegeben, seit Erwin ‚Cannonball‘ Baker 1922 mit seinem Ace-Motorrad von LA nach NY fuhr – in ausgesprochen beeindruckenden 6 Tagen, 22 Stunden und 52 Minuten.
Er hatte dieselbe Strecke zuvor bereits mit dem Auto bewältigt. Das war 1915, als Baker einen Stutz Bearcat – vermutlich das Werksprototyp – fuhr und dieselbe Route in 11 Tagen, 7 Stunden und 15 Minuten zurücklegte. Und es gab weitere Rekordversuche des legendären Baker, am bemerkenswertesten 1933 in einem Graham-Paige, als er eine Rekordzeit von 53½ Stunden aufstellte, die über 30 Jahre Bestand hatte (bis sie von einem Hillman Imp geschlagen wurde!).
Doch noch vor Cannonball Baker gab es das hier gezeigte Auto: einen 2-Zylinder-20-PS-Winton, gesteuert von Horatio Jackson und Sewall Crocker auf ihrer Fahrt von San Francisco nach New York im Jahr 1903. Aus einer Wette geboren – das muss eine echte Herausforderung gewesen sein. Diese früheste dokumentierte Küsten-zu-Küsten-Fahrt führte über wenige befestigte Straßen und noch weniger Tankstellen, dafür aber über viele Reifenpannen und noch mehr verblüffte Zuschauer. Tatsächlich wurden sie bereits früh um ganze 108 Meilen in die falsche Richtung geschickt, als sie nach dem Weg fragten (wohlgemerkt – gute Karten gab es damals nicht) und eine Dame sie absichtlich falsch wies, damit ihre Familie ein Auto sehen konnte.
Nachdem sie in Idaho einen Bulldoggenrüden als Reisegefährten gekauft hatten, wurde die Presse auf dieses unerschrockene Trio aufmerksam. Jackson, Crocker und ihr Hund Bud wurden schnell zu Berühmtheiten und an jeder Station von Reportern erwartet – einer davon hier im Bild. Letztlich benötigten sie 63 Tage, um New York zu erreichen. Jackson spendete sein Auto später dem Smithsonian Institution, und es steht noch heute dauerhaft im National Museum of American History in Washington, D.C. ausgestellt.
Words: Jeroen Booij
Picture: source unknown