Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Der Austin Seven ist inzwischen 103 Jahre alt – und scheint so beliebt zu sein wie eh und je. Gleiches gilt für die Beaulieu Austin Seven Rallye, die am 29. Juni zum 62. Mal stattfand und 184 Nennungen verzeichnete – nicht mitgerechnet die kleine Gruppe von Nicht-Sevens, die jedes Jahr eine Art Nebenprogramm bildet.
Das diesjährige Thema lautete „Sport-, Renn- und Boot-Heck-Sevens“ – eine kluge Wahl, die einige äußerst seltene Modelle aus dem Schatten holte. Die Präsentation der Rennwagen wurde von Martin Eyre und Peter Pearson organisiert und umfasste auch Pearsons eigene Wragg Special – den achten von insgesamt zwölf sehr konkurrenzfähigen Einsitzern, die Alan Wragg in den 1970er- und 1980er-Jahren baute. Doch zweifellos war der bedeutendste Rennwagen vor Ort die legendäre Simplicity, der berühmte Special von Jack French, der in den 1950er-Jahren an vorderster Front des 750-Formula-Rennsports stand.
Simplicity gewann das allererste 750-Formula-Rennen am 18. April 1953 in Ibsley, gefahren von Ronald „Steady“ Barker. 1959 stellte French selbst einen Rekord in der Vintage-Klasse in Prescott auf, mit einer Zeit von 51,95 Sekunden. Seit 1953 kaum verändert, fährt Simplicity noch heute bei Veranstaltungen der V.S.C.C. und des Pre-War Austin Seven Club mit.
Das sportliche Thema brachte natürlich zahlreiche Ulsters, Nippys und Speedys auf den Platz, aber besonders beeindruckend waren einige sehr seltene frühe Werks-Sportmodelle. Tony Betts von 7 County Austins zeigte seinen wunderschönen Super Sports von 1928, der nach etwa 30 Jahren erstmals wieder in Beaulieu zu sehen war. Noch bemerkenswerter war allerdings der frisch restaurierte 50mph Sports von 1924 von Ian Rendle – ein extrem seltenes Exemplar mit markanten Kotflügeln und V-förmigem Heck, das seit den 1980er-Jahren nicht mehr öffentlich aufgetaucht war. Ian schloss die Restaurierung nur eine Woche vor der Rallye ab.
Unter den Specials fiel besonders der 1934er Special von Mark Drake ins Auge. Offenbar mit dem Pinsel in einem dunklen metallisch-grünen Farbton lackiert, mit Easiclean-Stahlfelgen und einem Morgan-ähnlichen Tonneau-Heck, wirkte das Fahrzeug wie ein Überlebender aus den 1950er- oder 60er-Jahren. Leider gelang es mir nicht, Mark Drake persönlich zu finden, um das zu bestätigen.
Eines der schönsten Dinge in der Austin-Seven-Welt ist, dass es dort sowohl lebenslange Liebhaber als auch begeisterte Neulinge gibt – ebenso wie Fahrzeuge, die seit Jahrzehnten präsent sind oder plötzlich nach langer Zeit wieder auftauchen. Es war deshalb eine Freude, den „Top Hat“-Saloon von Graham Owen aus dem Jahr 1926 zu sehen, der 2022 restauriert und wieder fahrbereit gemacht wurde – das letzte Mal war er 1931 aus eigener Kraft gefahren!
Ebenso beeindruckend war der Pearl Cabriolet von Lizzie Paton aus dem Jahr 1936, der sich in der Endphase der Restaurierung befand. Die originale Ruby-Karosserie war einst durch Rost irreparabel beschädigt worden. Ein weiteres Beispiel war der Box Saloon von 1931 von Michael Tabeart – ein echter Veteran. Tabeart kaufte ihn 1963, machte seine Hochzeitsreise durch Cornwall damit und verkaufte ihn 1964 wieder – nur um ihn 2022 erneut zu entdecken und zurückzukaufen.
Nur wenige Fahrzeuge können jedoch mit der langen Besitzgeschichte des RN Saloons von 1931 der Familie Savage mithalten. Fred Savage kaufte ihn im Oktober 1944 für £36 10s. 0d., heute wird er von seinem Enkel Trevor mit viel Liebe und originaler Patina gepflegt. Eine besonders bemerkenswerte Provenienz hatte jedoch ein RN De Luxe Saloon von 1931, der in den 1960er-Jahren im Besitz von niemand Geringerem als Bill Boddy und Denis Jenkinson war, die ihn für ihr geplantes Mid-Wales Motor Museum vorgesehen hatten.
Währenddessen konnten die sportlich orientierten Teilnehmer beim Gymkhana-Wettbewerb ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, während die Bastler sich auf dem Teilemarkt (Autojumble) austoben konnten. Für eine Veranstaltung, die sich ausschließlich einem einzigen Automodell widmet, bleibt die Beaulieu Austin Seven Rallye bemerkenswert lebendig – ein echtes Verdienst sowohl von Beaulieu als auch vom Pre-War Austin Seven Club.
Text und Fotos: Zack Stiling
Während meines Rundgangs wurde deutlich, dass mehrere Besitzer auf der Suche nach Informationen zur Geschichte ihrer Fahrzeuge sind. Falls Leser etwas über eines der folgenden Fahrzeuge wissen (siehe Galerie), hinterlassen Sie bitte einen Kommentar – wir sorgen dafür, dass er den jeweiligen Besitzer erreicht: