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Ein Besuch bei Autohistoric Ltd.: Spezialisten für Veteranen- und Vintage-Autos

Mit mehr als 400 Fahrzeugen, die vor 1905 gebaut wurden, ist die London to Brighton Veteran Car Run das größte und bemerkenswerteste Treffen früher Automobile weltweit. Und wie die meisten Enthusiasten wissen: Je älter das Auto, desto mehr Hingabe erfordert es, es am Laufen zu halten. Zum Glück gibt es Spezialisten, die dieses Handwerk bis ins kleinste Detail beherrschen. Einer von ihnen ist Autohistoric Ltd. in East Sussex, Großbritannien, den wir im Vorfeld der diesjährigen Brighton Run besucht haben.

 

An einem feuchten Mittwoch stehen wir vor einem Holztor. Nichts deutet darauf hin, dass sich dahinter eine Werkstatt befindet, die den frühesten Motorwagen gewidmet ist. Mein letzter Besuch liegt acht Jahre zurück, damals stand noch der frühere Besitzer am Ruder. Nach dem Klingeln öffnet sich das Tor langsam und gibt den Blick frei auf einen großzügigen Hof, in dessen einladend geöffneter Werkstatttür das Glänzen von poliertem Messing keinen Zweifel lässt. Gregg, der heutige Inhaber, tritt mit einem herzlichen Willkommen heraus.

 

Das Unternehmen begann vor rund zwanzig Jahren als Henals Engineering. Im April 2021 übernahm Gregg May. Heute konzentriert sich Autohistoric Ltd. vor allem auf Veteranen (vor 1905), Edwardians (1905–1918) und Vintage-Fahrzeuge (1918–1930), wobei ihre Expertise weit darüber hinausreicht.

Gregg wuchs umgeben von Jaguar E-types auf und arbeitete sechzehn Jahre lang bei Eagle. Er kannte den früheren Besitzer von Henals gut und hatte sogar sein eigenes Lager auf dem Gelände. Als sich die Gelegenheit bot, das Unternehmen zu übernehmen, ergriff er sie. Ein mutiger Schritt – vom serienproduzierten modernen Auto zu einzigartigen Maschinen, bei denen fast alles von Grund auf neu gefertigt werden muss – doch einer, den er nie bereut hat. Vier Jahre später strahlt er immer noch vor Begeisterung: „Unglaublich, einfach unglaublich.“

 

Greggs Ziel ist es, ein Zentrum für frühe Fahrzeuge aufzubauen. Seit letztem Jahr wird er von seiner Geschäftspartnerin Michelle Hunter unterstützt, die selbst mit Veteranenwagen aufgewachsen ist und frische Energie sowie neue Ideen in die Werkstatt bringt. Das Team wächst stetig: Begonnen hat es mit Gregg und Rod, inzwischen gehören weitere Mechaniker dazu, wie der junge Phil, den wir bei sorgfältiger Arbeit an einem Daimler Sleeve Valve-Motor antreffen. Sowohl Gregg als auch Phil schwärmen von dem raffinierten System. Ein Stück weiter ruht ein De Dion Bouton-Getriebe auf der Werkbank, daneben frisch geschnittene Zahnräder – und ich sehe, wie Gregg und Rod es mit leuchtenden Augen betrachten.

 

Ihr Können reicht weit über Motoren hinaus. Auch Karosseriearbeiten, wie das Nachbauen von Kotflügeln, gehören zum Angebot. Wenn Modifikationen nötig sind – zum Beispiel das Anbringen einer zusätzlichen Ölpumpe – achten sie stets darauf, diese reversibel zu gestalten, damit das Fahrzeug jederzeit in seinen Originalzustand zurückversetzt werden kann.

Ein weiterer wichtiger Teil ihrer Arbeit ist die Vorbereitung der Fahrzeuge für die London to Brighton Run. Besonders für ausländische Besitzer, etwa Sammler aus den USA, bietet Autohistoric Ltd. ein Rundum-Paket: vollständige technische Durchsicht, Transport nach London, Pannenhilfe während der Fahrt und Rücktransport aus Brighton. So können die Teilnehmer das Ereignis unbeschwert genießen.

 

Gregg und Michelle wissen auch, wie wichtig es ist, ein jüngeres Publikum zu begeistern. Sie bringen Veteranenwagen gezielt zu Veranstaltungen, bei denen solche Fahrzeuge sonst nicht auftauchen würden, und machen so neue Generationen mit den Anfängen des Automobils vertraut. Schon ein Nachmittag in ihrer Werkstatt genügt, um zu verstehen, warum: Können, Leidenschaft und eine gute Portion Humor machen Autohistoric zu einem Ort, an dem die Liebe zu den allerersten Automobilen täglich gelebt wird.

 

Ich könnte hier Stunden verbringen, den Geschichten, Anekdoten und dem Lachen zu lauschen, das durch die Werkstatt hallt. Unweigerlich dreht sich das Gespräch wieder um die London to Brighton Run und all die Abenteuer, die sie mit sich bringt. Nach zwei unterhaltsamen Stunden verabschiede ich mich nur ungern und lasse das Team wieder seiner Arbeit nachgehen. Auf der Heimfahrt rufe ich den Besitzer eines der Fahrzeuge an, die ich in der Werkstatt gesehen habe, um seine Meinung zu hören. Seine Antwort ist kurz, aber eindeutig: „Wahre Handwerker, mit der richtigen Leidenschaft.“

 

Text und Fotos: Laurens Klein

 

Publiziert:
Freitag Oktober 17th, 2025
Ann Gibbins
24 Oktober 2025, 10:08
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