Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Ohne uns in politische Debatten verstricken zu wollen, greifen diese beiden Fotos eindeutig ein politisches Thema auf – wie das Schild mit der Aufschrift „Support Plucky Little Belgium“ zeigt, das eine interessante Hintergrundgeschichte besitzt. Sie sind mit „circa 1914“ datiert, was zusätzlich sehr passend erscheint.
„Plucky Little Belgium“ und der britische Wunsch, sie zu unterstützen, hängen eng mit dem Ersten Weltkrieg sowie mit der Bewunderung Großbritanniens für das kleine Land zusammen, das sich tapfer gegen die deutsche Invasion wehrte. Wir haben ein altes Geschichtsbuch zu Rate gezogen und wurden daran erinnert, dass am Vorabend des Kriegseintritts Großbritanniens in die Große Krieg die deutsche Armee freien Durchmarsch durch Belgien forderte, um eine Invasion Frankreichs einzuleiten. König Albert weigerte sich und hielt an den Bestimmungen des Londoner Vertrags von 1839 fest, nach dem Belgien zur Neutralität verpflichtet war – im Gegenzug für die Anerkennung und vermeintliche Garantie seiner Unabhängigkeit durch Großbritannien, Frankreich, Österreich, die Niederlande, Russland und den Deutschen Bund. Die Deutschen reagierten, indem sie Belgien überfielen. Im weiteren Verlauf der deutschen Besatzung, die den Rest des Krieges andauerte, erlebte Belgien – was als „Rape of Belgium“ bekannt wurde – den Abriss ganzer Städte, die Ermordung von Zivilisten und die Zerstörung alter kultureller Artefakte.
Während dieser Gräueltaten suchten Millionen Belgier an anderen Orten Zuflucht, und 250.000 fanden in Großbritannien ein neues Zuhause. Das Leid Belgiens wurde so zu einer populären Sache unter den mitfühlenden Briten. „The Hun and the Home“, eine Anzeige, die das idyllische englische Dorfleben im Kontrast zu in Trümmern liegenden belgischen Häusern darstellte, war typisch für britische Regierungsplakate, die zur Unterstützung aufriefen. Gleichzeitig rückte der Krieg immer näher an das heimische England, als Granaten deutscher Kriegsschiffe begannen, an der Küste des Ärmelkanals einzuschlagen.
Der rasche Zustrom von Belgiern führte dazu, dass das War Refugees Committee ein landesweites System freiwilliger Hilfen einrichten musste. Innerhalb von zwei Wochen nach dessen Aufruf gingen 100.000 Angebote für Unterkünfte für vertriebene Belgier ein. Über das ganze Land hinweg wurden 2.500 lokale Komitees mit Unterstützung der Behörden gegründet, während wohltätige Spendenaktionen ins Leben gerufen wurden, um deren Arbeit zu fördern.
Diese beiden Fotografien aus dem Sankey Archive wurden vor dem Palace Theatre in Barrow-in-Furness, Cumbria, aufgenommen. Sie zeigen höchstwahrscheinlich eines dieser Komitees. Drei Männer in der Gruppe tragen ähnliche Kleidung und hohe Stiefel – kann jemand erklären, warum das so sein könnte? Ach, und wir hätten beinahe das Auto vergessen. Nicht viel davon ist zu erkennen, aber vielleicht gerade genug, um es zu identifizieren?
Worte: Jeroen Booij
Fotografien: The Sankey Photography Archive
My grandparents lived in Ilkley, Yorkshire, in pre-war days and their next door neighbours were Belgian refugees who opted to stay, and who contributed generously to life in the town. During the Second World War they and my grandparents housed evacuees for the duration.