Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Dieses Foto hat uns vom ersten Moment an fasziniert. Ist das ein indischer Tempel während eines Staatsbesuchs? Eine schnelle Bildrecherche lieferte eine klare Antwort: Zu sehen ist die Stadt Mandav im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, und das prägnante Bauwerk im Vordergrund ist das Mausoleum von Hoshang Shah – nur ein kleiner Teil eines beeindruckenden Komplexes aus Tempeln und Palästen. Man sagt, dieses Grabmal habe den Bau des Taj Mahal inspiriert. Mandu, wie die Stadt auch genannt wird, war einst ein Lustort voller prächtiger Seen und Paläste, bekannt als die Stadt der Freude, wo unter Sultan Baz Bahadur vor fast fünf Jahrhunderten rauschende Feste gefeiert wurden.
Gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch Nachfahren des Sultans, als Indien bereits unter britischer Kolonialherrschaft stand? Wir wissen es nicht – doch das Foto legt nahe, dass der Ort noch für offizielle Anlässe genutzt wurde.
Das weiße Auto scheint ein Rolls-Royce zu sein – ein imposantes Fahrzeug, besonders in den 1920er-Jahren, aber keineswegs einzigartig: Zahlreiche indische Maharadschas besaßen Rolls-Royces und lebten in verschwenderischem Luxus. Aus einem Buch von Alain Boucheron, Spross einer berühmten Juweliersfamilie, stammt folgendes Zitat:
„Der flamboyante Maharadscha erschien 1927 bei Boucheron, begleitet von einem Gefolge aus 40 Dienern mit rosa Turbanen, seinen 20 Lieblingstänzerinnen und – am wichtigsten – sechs Kisten, gefüllt mit 7571 Diamanten, 1432 Smaragden, Saphiren, Rubinen und Perlen von unvergleichlicher Schönheit.“
Weiß jemand etwas über die Herkunft und Geschichte dieses Wagens? Und was ist mit den anderen?
Text: Jeroen Booij
Foto: via Cor Haak