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Robert Laly; der temperamentvolle Werksfahrer mit den auffälligen Socken

Diese ungewöhnlich gestalteten Fahrzeuge sind Ariès-Rennwagen, mit denen Charles Robert Laly in den 1920er-Jahren in Frankreich antrat. Über die Bibliothèque nationale de France sind erstaunlich viele Bilder von Laly und seinen Ariès-Automobilen zugänglich. Vielleicht einfach deshalb, weil sie schon damals recht ungewöhnlich aussahen?

Die französische Nationalbibliothek besitzt Aufnahmen von ihm bei der Coupe Boillot in Boulogne-sur-Mer 1925, 1927 und 1928, beim GP de Tourisme in San Sebastián im September 1925, bei der Course de côte de Château-Thierry 1926, der Coupe Florio in Saint-Brieuc 1927, den Six Heures de Bourgogne 1928 und dem Grand Prix de Comminges 1928. Das sind die Veranstaltungen, die wir finden konnten – doch es gab noch weitere.

 

Denn Monsieur Laly und sein großer Ariès waren in der Motorsportszene der 1920er-Jahre allgegenwärtig. Er wurde in Paris geboren und begann seine Rennkarriere im Alter von 20 Jahren als mitfahrender Mechaniker in einer Vulpès-Voiturette. Als Laly beim Rambouillet Voiturette Cup einmal selbst das Steuer übernahm, soll er vor dem Fahrer ins Ziel gekommen sein, den er gewöhnlich begleitete. An Talent mangelte es ihm also offenbar nicht. Während der Tour de France Automobile 1914 wurde Laly angesprochen und überredet, sein Glück in Amerika zu versuchen. Noch im selben Jahr trat er mit einem Delage bei den Indianapolis 500 an.

 

Zurück in Frankreich nahm seine Rennkarriere Fahrt auf, und bald war Laly auf Rennstrecken in ganz Europa, auch in Großbritannien, zu sehen. Er wurde für seinen temperamentvollen Fahrstil bekannt – aber auch für seine auffälligen Socken und Schuhe, wie wir herausgefunden haben! Zwischen 1924 und 1930 war er Werksfahrer für Ariès und erzielte mehrere Erfolge, unter anderem in Le Mans. 1927 führte er dort das 24-Stunden-Rennen mit drei Runden Vorsprung auf den 3-Liter-Bentley von Dudley Benjafield und Sammy Davis an. Doch zwei Stunden vor Schluss musste der Ariès in der 122. Runde wegen technischer Probleme aufgeben. Der heute als Old Number 7 bekannte Bentley gewann das Rennen. Wie dieser war auch der Ariès ein 3-Liter-Modell. Er wird als „Surbaissée“ bezeichnet und besaß ein tief liegendes Fahrgestell, dessen Längsträger unter den Achsen verliefen.

Was für ein interessanter Mann und was für eine Maschine! Sind wohl noch Ariès-Werksrennwagen erhalten?

 

Text Jeroen Booij

Fotos Bibliothèque nationale de France

 

Publiziert:
Montag November 2nd, 2026

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