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Paris im Rampenlicht: ein früher Alfa Romeo RL mit Rennblut

Fragt man einen durchschnittlichen Automobilenthusiasten nach Alfa Romeo, entstehen schnell verträumte Bilder von Modellen wie dem 6C und 8C. Die frühe Geschichte der Marke ist jedoch weit weniger bekannt. Namen wie Alexandre Darracq oder Giuseppe Merosi sagen vielen wenig, obwohl gerade in diesen prägenden Jahren der Grundstein für alles gelegt wurde, was Alfa Romeo später so legendär machte. Eine Schlüsselrolle in dieser Geschichte spielt der Alfa Romeo RL – das Modell, das nach dem Ersten Weltkrieg eingeführt wurde und die Marke endgültig auf die Landkarte setzte.

 

Alles begann mit dem Franzosen Alexandre Darracq, der in Italien einen Markt für Automobile sah. Seine kleinen und schwach motorisierten Fahrzeuge erwiesen sich jedoch als Misserfolg. Das Unternehmen wurde in ALFA, Anonima Lombarda Fabbrica Automobili, umbenannt und der Ingenieur Giuseppe Merosi verpflichtet. Er entwarf den ersten echten Alfa: den 24 HP mit einem 4,0-Liter-Vierzylindermotor. Während des Krieges übernahm Nicola Romeo das Unternehmen und stellte es auf militärische Produktion um. Nach 1918 kehrte der Fokus wieder auf Automobile zurück. Merosi entwickelte den G1, Alfas ersten Sechszylinder, doch der eigentliche Erfolg sollte mit dessen Nachfolger kommen.

Im Oktober 1921 wurde der Alfa Romeo RL vorgestellt, der 1922 auf den Markt kam. Wieder ein Sechszylinder, nun mit 2,9 Litern Hubraum und hängenden Ventilen. Der RL war in mehreren Versionen erhältlich, darunter die sportliche Sport-Variante. Zur Promotion wurde er aktiv im Motorsport eingesetzt, mit dem Höhepunkt eines Doppelsiegs bei der Targa Florio 1923. Der RL entwickelte sich stetig weiter; 1925 erschien der leistungsstärkere Super Sport. Zwischen 1922 und 1927 wurden 2.631 Exemplare gebaut. Bis zur Einführung des 6C blieb der RL Alfas sportlicher Maßstab.

 

Auf der kommenden Salon Retromobile wird ein besonders früher RL mit beeindruckender Wettbewerbshistorie am Stand von PreWarCar.de zu sehen sein. Das Chassis (Nr. 7087) wurde 1923 gebaut und am 3. Januar 1924 nach Argentinien geliefert. Die leichte, lokal gefertigte Karosserie ist typisch für dieses Land, wo Fahrzeuge häufig ohne Aufbau importiert wurden, um Steuern zu sparen.

Der Alfa-Romeo-Händler in Buenos Aires war gerade erst von Eduardo Caru Jr. und seinem Vater gegründet worden – schlicht, weil sie selbst einen RL kaufen wollten. Caru nutzte den Wagen, um sein neues Unternehmen im Rennsport zu bewerben. Am 15. April 1924 verkaufte er das Auto an Rennfahrer Ernesto Zanardi, der den RL in zahlreichen Veranstaltungen unter Carus Namen einsetzte. Dokumente belegen, dass Zanardi ein monatliches Honorar erhielt und sogar eine spezielle Rennversicherung abschloss.

Der RL nahm an Veranstaltungen wie dem Gran Premio Nacional 1925 (Dritter gesamt), dem Circuit Castellano 1925 (mit der schnellsten Runde bei über 130 km/h Durchschnitt) und dem Circuito Audax Córdoba 1926 teil. Auch spätere Besitzer setzten den Wagen aktiv ein. 1942 gelangte er in den Besitz der Familie Sala, die ihn über sechzig Jahre behielt. Nach einer langen Phase der Vernachlässigung wurde der RL 1994 gerettet und sorgfältig restauriert.

 

Bemerkenswert ist, dass dieses Fahrzeug nahezu vollständig „matching numbers“ aufweist: Chassis, Motor, Lenkung, Getriebe und Hinterachse gehören noch immer zusammen. Lediglich die Vorderachse ist von einem etwas späteren Typ und spiegelt die Einführung der Vorderradbremsen Ende 1923 wider.

 

Seit 2012 befindet sich der RL in der Obhut eines deutschen Sammlers. Nach einer technischen Überholung – bei Erhalt seines authentischen „Oily-Rag“-Erscheinungsbildes – und einer vollständigen Motorrevision kehrte er zu zahlreichen Veranstaltungen zurück, darunter die Villa d’Este 2024, zu der er eingeladen war. Die nächste Station ist die Salon Retromobile, wo dieser historische Alfa Romeo am Stand von PreWarCar.de, Pav 7.3 B011, bewundert und möglicherweise erworben werden kann.

 

Details:

  • Veranstaltung: Salon Rétromobile
  • Datum: 28. Januar – 1. Februar 2026
  • Ort: Parc des Expositions Porte de Versailles, Paris, Frankreich
  • Tickets: Hier klicken

 

Publiziert:
Freitag Januar 23rd, 2026
Uwe Schmidt
24 Januar, 09:42
Hello. This is a very interesting post, now I've learnt something new. Now I'll have to do some research on the Frenchman Alexander Darracq! I'm thinking of some very interesting engines and racing cars? Am I right? Kind regards

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Hallo. Das ist ein sehr interessanter Beitag , nun habe ich wieder etwas dazugelernt . Nun werde ich recherchieren müssen , der Franzose Alexander Darracq ! Da denke ich an sehr interresante Motore und Rennwagen ? Liege ich da richtig ? Mfg
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