Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
Was machen so viele Menschen um vier Uhr morgens auf den Champs-Élysées? Diese Frage wurde uns beiläufig gestellt. Vielleicht ist jedoch eine andere treffender: Was machen rund dreißig Vorkriegsautos in einer Winternacht genau an diesem Ort? Diese Frage blieb unbeantwortet — denn für uns fühlte sich das alles vollkommen logisch an. Die „Ville Lumière“ zieht weiterhin an.
Nach einer erfolgreichen ersten Ausgabe von Paris by Night im vergangenen Jahr beschlossen wir, das Abenteuer zu wiederholen. Gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden machten wir uns am frühen Abend des Samstags, dem 13. Dezember, auf den Weg zur Place Vauban, dem Treffpunkt. Unterwegs erhaschten wir einen Blick auf den erleuchteten Eiffelturm, dessen Spitze geheimnisvoll im Nebel verschwand. Paris tat, was Paris immer tut: es verzauberte.
Die Veranstaltung ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Die Autos werden am Straßenrand oder sogar auf dem Gehweg abgestellt. Ein Glas wird erhoben, etwas gegessen, ein wenig geplaudert. Und dann wird gefahren. Na ja — fast.
So stellte eine deutsche Teilnehmerin mit ihrem kürzlich erworbenen Bugatti Type 35 fest, dass der Pariser Verkehr nicht nur romantisch, sondern auch auf ganz andere Weise heiß ist: Der Kühler begann zu dampfen. Der elektrische Lüfter hatte seinen Dienst versagt. Jacken wurden ausgezogen, Ärmel hochgekrempelt. Direkt vor Ort, auf dem Gehweg vor dem Restaurant, wurde die Verkabelung neu verlegt. Die Besitzerin lief unermüdlich zur Bar — nicht für ein Glas Wein, wie man es in Paris erwarten würde, sondern um eine Gießkanne mit Wasser zur Kühlung zu füllen.
Auch mehrere britische Teilnehmer waren dabei. Sie waren unter anderem aus London mit ihrem Bentley angereist, stellten jedoch bereits in Calais ein Ölleck unter dem Armaturenbrett fest. Mit viel Improvisation schafften sie es gerade noch rechtzeitig zum Abendessen. Während der Fahrt gaben mehrere Sicherungen den Geist auf — mit dem unvermeidlichen Ergebnis: keine Hupe mehr, ach ja, und auch kein Licht, aber wer braucht das schon mitten in der Nacht? Ihr Hund, geschniegelt im Smoking, schien das alles völlig gelassen zu nehmen.
Aus Deutschland kam außerdem ein imposanter Mercedes 630, der direkt vom Technik Museum Sinsheim über die Straße angereist war. Vorbereitung schien kaum nötig, obwohl der Wagen unterwegs zehn Liter Öl verbraucht hatte — ohne Reserve an Bord. Auch Benzin war keine Selbstverständlichkeit: Nachts haben nicht alle Tankstellen geöffnet. Die Fahrt endete eher unerquicklich; der Mercedes tat sich zunehmend schwer mit dem Tempo und erreichte das Hotel schließlich ruckelnd.
Ein weiteres deutsches Team bestand aus zwei Schwestern — Zwillingen. Erfahrung mit alten Autos hatten sie reichlich, mit dem Frazer Nash ihres Vaters jedoch kaum. „Zehn Minuten Unterricht haben wir bekommen“, erzählten sie, „dann sah unser Vater schon, dass es klappen würde.“ Und so war es auch.
Viele Fahrzeuge waren geschmückt: Weihnachtsbäume auf Gepäckträgern befestigt, Lichterketten entlang der Karosserien drapiert, Kränze angebracht — selbst eine große Zuckerstange fehlte nicht. Es verlieh der Nacht eine beinahe märchenhafte Atmosphäre.
Organisiert wird die Veranstaltung unter anderem von Antoine und Felix: einer jungen Gruppe von Enthusiasten mit großem Herz für frühe Automobile. Sie verstehen das Wesen dieses Hobbys wie kaum jemand sonst. Es geht um Freude — an den Autos, aneinander und an einem besonderen Ort. Kein unnötiger Zierrat, kein Gehabe, sondern pures Fahrvergnügen. Dafür ziehen wir respektvoll den Hut. Oder, der Jahreszeit entsprechend, unsere warme Mütze.
Text: Laurens Klein
As driver of pre-war cars I would like to point out that the pleasure of driving pre-war cars lies beyond braking down and on-site repairs - an aspect which has been exaggerted a bit in the article - in my opinion.
Happy to see also young people sitting in prewar cars - fabulous
Merry Christmas all - in Paris and elsewhere