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Der Nachfolger des ‚Drunken Mitchell‘: Hit oder Shit?

Vertrauen in das eigene Produkt ist für jeden Verkäufer unerlässlich. Wenn man also sein Auto bewirbt, sollte man sicherstellen, dass jeder weiß, dass es die beste Wahl ist. Die Mitchell Motors Company aus Racine, Wisconsin, verstand das – zumindest schien es so, als ihr neues Modell ‘White Streak’ vorbeisauste und die Zuschauer kaum genug Zeit hatten, alle Empfehlungen zu lesen, die auf die Seiten geschrieben waren.

Was wir entziffern können:

F-50 Mitchell White Streak Nr. 19

  • Wir garantieren, dass dies ein reguläres Serienmodell ist.
  • Einzigartige Motorkonstruktion entfernt schnell Abgase und lässt Zündkerzen praktisch unbegrenzt halten, ohne zu verrußen. Fragen Sie nach dem wedge of power.
  • 18 bis 20 Meilen pro Gallone Benzin unter normalen Fahrbedingungen.
  • Ein Spiral-Kegelrad mit vollschwebender Achse, von Mitchell gefertigt, ausgelegt, um die doppelte normale Last zu tragen.
  • Von 5 auf 30 Meilen pro Stunde in 10 Sekunden.
  • Von 1 auf 40 Meilen pro Stunde in 20 Sekunden.
  • Lassen Sie uns klettern. Überwindet alle Steigungen im höchsten Gang.
  • Extralange volltragende Blattfedern.
  • Seit über sechs Jahren ist kein Federbruch bei einem Mitchell verzeichnet.
  • Ausbalancierte Kurbelwelle, drei bronzebeschichtete Hauptlager, eliminiert Vibrationen nahezu vollständig.

 

Das sind recht kühne Behauptungen! Aber die Mitchell Motors Company hatte auch etwas wiedergutzumachen, nachdem ein Fehltritt sie schwer in Verruf gebracht hatte. In dem Versuch, das Auto stromlinienförmiger zu gestalten, führten die Designer 1920 einen schräg gestellten Kühler ein – nicht jedermanns Geschmack. Tatsächlich wurde das neue Modell bald als ‘Drunken Mitchell’ bekannt. Autsch. Und ja, die Verkäufe litten stark.

 

Also brauchte Mitchell gute Publicity und setzte alles auf eine Karte, als 1922 das neue Modell F-50 ‘White Streak’ vorgestellt wurde. Nicht nur, dass alle vermeintlichen Vorteile auf diesen Vorführwagen aufgeschrieben waren; 1922 starteten nicht weniger als 109 Exemplare, alle weiß lackiert, zu einer Tour durch die USA und legten gemeinsam insgesamt eine Million Meilen zurück, um ihre Zuverlässigkeit und Haltbarkeit zu beweisen.

 

Das hatte jedoch nicht den gewünschten Effekt. Der frühere Stilfehler, harte Konkurrenz und die Nachkriegsdepression ließen die Verkäufe nur noch weiter einbrechen. Im Juni 1923 meldete die Mitchell Motors Company, Inc. Konkurs an, und Anfang 1924 war die einst stolze Mitchell-Fabrik an Nash Motors verkauft.

 

Text: Jeroen Booij
Bilder: Detroit Public Library

 

Publiziert:
Montag November 10th, 2025

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