Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Wer nach Figoni et Falaschi sucht, findet einige der extravagantesten Karosseriedesigns der 1930er-Jahre, oft präsentiert auf den perfekt gepflegten Rasenflächen der weltweit renommiertesten Concours d’Elegance. Besonders bekannt ist die Tropfenform-Karosserie, die man typischerweise auf Talbot-Lagos sieht—ein Stil, der den Karosseriebauer aus Boulogne-sur-Seine berühmt machte. Diese und viele andere ebenso spektakuläre Entwürfe brachten ihnen den spöttischen Beinamen „Phoney and Flashy“ ein.
Doch Figoni et Falaschi fertigten auch wesentlich schlichtere Karosserien an. Erstaunlicherweise waren die Bugattis, die sie einkleideten, allesamt eher zurückhaltend. Sie scheinen Welten entfernt von den sinnlichen Art-Déco-Verzierungen, die ihre Delahayes und Talbot-Lagos zieren und die regelmäßig auf den exklusivsten Automobilveranstaltungen ausgestellt werden.
Dieses Modell, ein Bugatti Type 57 von 1939, ausgestattet mit einer vierteiligen Limousinenkarosserie ohne B-Säulen von Figoni et Falaschi, ist vielleicht das spektakulärste unter ihnen. Dennoch wirkt es verhältnismäßig zurückhaltend und sogar etwas ungewöhnlich. Würden Sie glauben, dass dies ein Figoni et Falaschi-Design ist, wenn Sie es nicht wüssten?
Trotzdem handelt es sich um ein äußerst interessantes Fahrzeug, das direkt über Ettore Bugatti selbst an zwei seiner treuesten britischen Kunden verkauft wurde: George und Sybil Cholmondeley, besser bekannt als der Marquess und die Marchioness von Cholmondeley.
Die Cholmondeleys besaßen eine beeindruckende Sammlung von Bugattis, darunter ein Type 22, Type 35, 44, 49, 50 und sogar ein Type 57 Atalante. Diese viertürige Limousine ohne B-Säulen wurde speziell für Lady Sybil in Auftrag gegeben, die sie wohl regelmäßig für Fahrten zwischen ihrem Wohnsitz Houghton Hall in Norfolk nutzte—wo das Fahrzeug auf diesem Foto zu sehen ist.
Auffällig sind die zusätzlichen Fenster über der Windschutzscheibe, die das ohnehin helle Interieur noch lichtdurchfluteter erscheinen lassen. Die Lackierung war schwarz mit goldenen Zierstreifen auf den Kotflügeln, Türen, dem Kofferraum und der Motorhaube—eine Art John Player Special-Farbschema avant la lettre...
Es wird vermutet, dass der Wagen noch existiert mit seiner originalen Karosserie und Lackierung. Hat ihn jemand jemals gesehen?
Text: Jeroen Booij
Fotos: Coachbuild.com