Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Reichtum hat seine Privilegien. Als Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1904 seinem Freund August Anheuser Busch Sr. empfahl, einen Fiat 60 HP zu bestellen, war der Preis von 13.500 US-Dollar für das Chassis allein wohl kaum ein Problem – ebenso wenig wie die 4.000 US-Dollar für die patentierte, hochmoderne, mit Aluminium verkleidete Sonderkarosserie von Quinby & Co. Busch stimmte zu, und sein Fiat 60 HP von 1905, Fahrgestellnummer 3003 – das dritte von nur zwanzig gebauten Exemplaren – wurde mit einem neuen Stahlchassis (1904 noch aus Holz), einem drehmomentstarken und zuverlässigen 10,6-Liter-T-Head-Vierzylindermotor, 100-PS-Kettenradantrieb und schnell abnehmbaren Kotflügeln geliefert.
Offenbar war der Wagen zudem mit einer einzigartigen, möglicherweise experimentellen – aber sicherlich problematischen – Kupplung ausgestattet, die dazu beitrug, dass er schon kurz nach der Auslieferung stillgelegt wurde. Im Jahr 1905 lag der Landgeschwindigkeitsrekord bei knapp unter 110 mph, und Buschs Fiat 60 HP Tourenwagen konnte über 80 mph erreichen! Busch behielt den Fiat bis zu seinem Tod im Jahr 1934; danach ging er im Laufe der Jahrzehnte durch die Hände mehrerer namhafter Sammler (darunter James Melton) und blieb in wunderbar originalem Zustand.
Vor Kurzem wurde der Fiat einer mechanischen Restaurierung unterzogen, bei der die Patina erhalten blieb, und er wird nun bei der Villa Erba-Auktion von RM Auctions in Como, Italien, am 25. Mai angeboten. Auch wenn der Begriff „Supercar“ erst viel später, in den Zeiten des 959, Enzo und Veyron, geprägt wurde, konnten sich gut betuchte Käufer schon vor 108 Jahren ein „Supercar“ leisten. Hier ist der lebende, fahrende Beweis. (Fotos mit freundlicher Genehmigung von RM Auctions.)
* Aus Wikipedia: „Giovanni Agnelli gründete 1899 zusammen mit mehreren Investoren die Fabbrica Italiana Automobili Torino (F.I.A.T.) società per azioni (S.p.a.), Italienische Automobilfabrik Turin. Das Akronym wurde 1906 in die Schreibweise mit großem F und kleinen Buchstaben ‘Fiat’ geändert.“
RM verwendet in seiner Auktionsbeschreibung zu Recht FIAT (siehe Fahrgestellplatte), wie es die meisten Historiker für die Vorkriegsmodelle vor 1906 tun. Aber sehen Sie sich die Radkappe an!
Update der Redaktion: Weitere Informationen: Der F.I.A.T. Tipo 24-32 40 HP von 1904, ehemals im Besitz von Jan Bruijn in den Niederlanden, besitzt eine F.I.A.T.-Fahrgestellplatte, ein Kühleremblem mit der Aufschrift „Fabrica Italiano Automobile Torino“ und Radkappen mit dem geschwungenen Schriftzug „Fiat“ – genau wie der oben abgebildete Wagen.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 13. Mai 2013 veröffentlicht