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Montagsrätsel: ein Veteranen-Rennwagen auf der Rétromobile!

Es war Mitte der neunziger Jahre, als ich einen fast kahlen, hölzernen, dreieckigen Rahmen entdeckte, der aufrecht an der Wand einer unscheinbaren Oldtimer-Werkstatt im Stadtzentrum von Amsterdam lehnte. Der Rahmen hatte nur wenige Anbauteile — gerade genug, um mein Interesse zu wecken.

Als ich fragte, was es sei, wurde mir gesagt, es stamme von einem frühen „Auto“. Es war viele Jahre zuvor in Frankreich gekauft und von einem Antiquitätenhändler nach Amsterdam gebracht worden, mit der Absicht, an der London to Brighton Run teilzunehmen. Dazu kam es jedoch nie. Das Fahrzeug wurde für den Transport zerlegt und an zwei Orten eingelagert.

Nachdem ich mein Interesse am Kauf bekundet hatte, ging alles erstaunlich schnell. Der Besitzer brachte Sitz, Achsen, Motor, Frontpartie und Wassertank in die Werkstatt, und bald wurde man sich über einen Preis einig. Was hatte ich getan...? Keine Felgen, ein unvollständiger Motor, unvollständig überall — und keine Pläne zum Zusammenbau. War es überhaupt für die London to Brighton Run zugelassen? Würde ich es wieder zusammenbauen können? Und was war es eigentlich?

Ich machte ein Probeaufbau, um zu sehen, wie es aussehen könnte. Der Motor war von AutoMoto — ein 600cc Einzylinder mit wassergekühltem Zylinderkopf. Er besitzt ein automatisches Einlassventil, das durch den Unterdruck des Kolbens geöffnet wird. Das Getriebe ist ein einfaches Drei-Riemensystem: Der Fahrer musste vor dem Start nur die richtige Riemenscheibe wählen. Es gibt eine Holz-/Leder-/Stahlkonuskupplung, um den Motor vom angetriebenen Hinterrad zu trennen. Der Antriebsriemen hat eine V-Form und besteht aus gestapelten Lederschichten, die mit Bronzennieten verbunden sind.

 

Zur Identifizierung hatte ich nur eine gedruckte Visitenkarte des Herstellers, die an der Karosserieseite angenagelt war. Darauf stand schlicht: „J. Defrance Automobiliste Constructeur“, darunter handschriftlich „Quintenas“ — ein kleines Dorf in der Ardèche, Frankreich.

 

Nachdem es nun so lange in meinem Besitz ist und an einem Ort ruht, der nicht ideal dafür ist, wird es Zeit, es wieder hervorzuholen. Es wird auf dem Stand von PreWarCar.de / PostWarClassic.de auf der Rétromobile-Show 2017 in Paris zu sehen sein.

 

Text und Fotos: Jan Stellingwerf

 

Update Oktober 2025: Dieser Artikel wurde ursprünglich am 5. Februar 2017 veröffentlicht. Während der Rétromobile-Show 2017 wurde das mysteriöse Dreirad verkauft und ging in die Vereinigten Staaten. Im Oktober 2025 wurde es erneut bei der RM Sotheby’s-Auktion in Hershey als ein c.1902 Automoto Tricycle angeboten und für 15.600 $ verkauft.

 

Publiziert:
Montag Oktober 13th, 2025
Mark Lizewskie
13 Oktober 2025, 02:22
Hello Jan,
It's been almost 8 years since you posted this story. A friend recently purchased this tricycle and I am planning to get it operational. The J. DeFrance business card affixed to the side panel appears to be missing. Do you have it or a copy of it so it can be reproduced? Thank you in advance!
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Unbekannt
08 Februar 2017, 19:41
This is almost 100% sure the threewheeler we, mr. Jan Koopmans, collector of old motorcycles ,mr. Dik Leyenaar and myself, all from Amsterdam, found some 50 years ago in the bicycle-motorcyclemuseum from mr. Ernest Wouters in Falmignoul, near Dinant in Belgium.By then it had no wheels and I lost the trail because we moved out of Amsterdam.
What I know is that Dik Leyenaar dealt in antiques and frequently visited De Looier to do his business.All details I see on the pictures are as found, especially the the businesscard I can recall!!
Hope this info. triggers some other VMC friends in Holland.
Best Regards,
Gert Callenfels.
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Unbekannt
08 Februar 2017, 08:39
London to brighton? if it were mine I would be thinking Shelsley Walsh....
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Unbekannt
07 Februar 2017, 07:48
On page 43 of Bolides de l'Age d'Or by the late Jacques POTHERAT, you'll find a photo of the 4-wheeled De France cyclecar racing at the 1923 Bol d'Or. Perhaps will you find similarities although the 3-whheler looks older.
Jacques says they were built in Vierzon, Cher (Centre France) ?
Good luch, Jean
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Unbekannt
06 Februar 2017, 17:56
Jan, if you can date the "forecar" sometime between 1905-1908, chances are reasonable that the "cone clutch" you mention was the design of Charles Lang of Chicago, the first Harley Davidson dealer. It was exclusively(?) sold with some 150 new motorcycles as an option(also with automatic inlet). Were there any other "cone clutch" manufacturers?
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Unbekannt
06 Februar 2017, 14:38
Hi, for further identification here is an interesting bit found on a genealogical site of the litle town of Quintenas :
http://familles-de-quintenas.com/plans-et-familles/chalet-grangette-montaux-peyron/

A Defrance family was identified during sensus of 1914 :
- Jean Henri Auguste born 1845 is listed as farmer
- Jean Marie Henri born in 1894, declared as Mechanic

I hope it helps

Best regards

Pascal
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