Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Als wir auf einen Zeitungsausschnitt mit einem Roadster aus den 1930er Jahren stießen, den wir noch nie zuvor gesehen hatten, waren wir natürlich gespannt, mehr herauszufinden. Leider war das Bild zu unscharf, um es hier zu reproduzieren, doch die Bildunterschrift war gerade noch lesbar. Sie besagte, dass es sich um ein Torpédo Grand Sport Modell handelte, basierend auf dem Delage D6-70 und karossiert von Letourneur & Marchand. Am Steuer, mit breitem Lächeln, saß eine Frau, die als Madame Richer-Delavau identifiziert wurde. Letztlich war das gar nicht so wenig Information. Ein weiteres Foto tauchte schnell im Internet auf, das den Wagen als La Sauterelle – oder Die Heuschrecke – bezeichnete. Dieses Bild ist hier gezeigt.
Seltsam war, dass sich über den Wagen kaum etwas finden ließ – und über die Dame noch weniger. Tatsächlich stießen wir auf zahlreiche Erwähnungen einer Madame Richer-Delavau in den 1920er- und 1930er-Jahren, alle im Zusammenhang mit Autos, Motorsport und vor allem Concours d’élégance. Doch es blieben stets bloße Randnotizen. Offenbar begann sie mit einem Simca 8 in den frühen Zwanzigern, wechselte dann zu Amilcar und Bugatti, bevor sie eine besondere Vorliebe für Delage entwickelte. Sie ließ Karosserien bei Franay und Figoni & Falaschi bauen, nahm mit einem Wagen an der Rallye Monte Carlo teil und soll sogar einen Start bei den 24 Stunden von Le Mans 1936 geplant haben.
Eine weitere Quelle beschrieb sie so: „Die elegante Madame Richer-Delavau war eine regelmäßige Teilnehmerin bei großen Concours d’élégance, und ihr fahrerisches Können machte sie zu einem Star solcher Wettbewerbe, meist am Steuer eines Delage. Ihr Ehemann betrieb eine Delage-Konzession in der Rue Bayard in Paris.“
Das lüftete das Geheimnis jedoch nicht. Wir fanden keinen Hinweis auf Delage in der Rue Bayard. Doch in den Concours-Listen der Bibliothèque Nationale de France tauchte ein Eintrag mit ihrem Initial ‘R’ auf. Interessanterweise wurde auch ihr Ehemann genannt, offenbar an einem Concours an ihrer Seite. Sein Name: Charles Richer-Delavau. Das half weiter. Charles Richer-Delavau wird andernorts als propriétaire agricole – also Landbesitzer – erwähnt. Auch er meldete einen Bugatti für die 24 Stunden von Le Mans, startete jedoch nie, angeblich wegen eines Trainingsunfalls.
1929 heiratete er in Paris Renée Marie Antoinette de Labrouhe de Laborderie – und wir sind ziemlich sicher, dass sie unsere Madame R. Richer-Delavau ist. Angesichts der vielen Concours- und Rallye-Wagen, die durch ihre Hände gingen, ist es bemerkenswert, dass sie als weibliche Persönlichkeit der Vorkriegs-Automobilwelt so wenig bekannt ist. Einer ihrer Delages – ein 120 D8 S mit einer unkonventionellen Roadster-Karosserie von De Villars – tauchte vor Jahren in den USA auf und wurde in den Concours-Zustand restauriert. 2016 gewann er den Titel „Best of Show“ in Pebble Beach. Sicherlich existieren noch weitere ihrer Delages. Und was ist mit La Sauterelle, dem Wagen, der diese Spur eröffnete?
Text: Jeroen Booij
Foto: DeRivaz & Ives magazine
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Une petite erreur sur celui conernant Mme Richer-Delaveau : elle n'aura pas pu faire ses débuts dans dans les années 20 avec une Simca 8, marque qui ne fur déposée qu'en fin 1934. Une Fiat, peut-être ?