Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Die selbstbewusste Dame am Steuer dieses Ford ist Sarah Breedlove, besser bekannt als Madam C. J. Walker. Sie wurde 1867 in Louisiana geboren und war das erste Mitglied ihrer Familie, das nicht in der Sklaverei geboren wurde. Ihre Kindheit war dennoch alles andere als leicht: Ihre Mutter starb, als Sarah vier Jahre alt war, ihr Vater, als sie sieben war. Mit vierzehn heiratete sie – vor allem, um den Misshandlungen ihres Schwagers zu entkommen – und mit zwanzig war sie bereits Witwe.
Doch das Blatt wendete sich.
Wegen ihres eigenen Haarausfalls begann Sarah, Haarpflegeprodukte zu entwickeln und diese zunächst von Tür zu Tür zu verkaufen. Unter dem Namen ihres dritten Ehemannes wuchs die Madam C. J. Walker Manufacturing Company schnell zu einem erfolgreichen Unternehmen heran und erweiterte das Sortiment bald um Kosmetikprodukte. Es folgten eine eigene Fabrik und ein Labor, später ein Friseursalon sowie eine Schönheitsschule, in der sie ihre Verkaufsagentinnen – ausschließlich Frauen – ausbildete. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, zwischen 1911 und 1919, arbeiteten Tausende von ihnen für sie.
Madam Walker war eine außergewöhnliche Geschäftsfrau und wurde – laut Guinness-Buch der Rekorde – die erste weibliche Selfmade-Millionärin in den USA. Außerdem war sie eine großzügige Philanthropin sowie politisch und sozial engagiert. Bei einer Versammlung im Jahr 1912 sagte sie:
"Ich bin eine Frau, die von den Baumwollfeldern des Südens kommt. Von dort wurde ich zum Waschtrog befördert. Von dort in die Kochküche. Und von dort habe ich mich selbst in das Geschäft mit Haarpflegeprodukten befördert. Ich habe meine eigene Fabrik auf meinem eigenen Grund gebaut.“
Sie starb 1919 im Alter von nur 52 Jahren, doch ihr Name wurde in den 1920er Jahren noch bekannter, als ihr Unternehmen über die Vereinigten Staaten hinaus expandierte. Neben ihrem Kosmetik-Imperium hinterließ sie einen Ballsaal, ein Theater, ein Museum, eine historische Gesellschaft und einen Radiosender und spendete großzügig an Schulen und Waisenhäuser.
Das Foto, das sie am Steuer ihres Ford zeigt – neben ihr ihre Nichte Anjetta Breedlove, Buchhalterin Lucy Flint und Fabrikvorsteherin Alice Kelly – ist inzwischen zu einem Symbol geworden und ziert Buchtitel, Kleidung und sogar Taschen.
Text: Jeroen Booij
Foto: New York Public Library