Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Manche Automobile bringen einen schlicht von A nach B, andere lassen das Herz schon beim ersten Anblick höherschlagen. Dieses einzigartige Delage D8-120 S Aerodynamic Coupé von 1937 gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Es vereint die technischen Ambitionen von Louis Delage mit der fortschrittlichen Formgebung von Georges Paulin und der Handwerkskunst des Karosseriebauers Pourtout. Darüber hinaus war es das persönliche Automobil von Louis Delage selbst.
Das Coupé entstand in einer turbulenten Zeit. Mitte der 1930er-Jahre war Delage in finanzielle Schwierigkeiten geraten und unter das Dach von Delahaye gekommen. Louis Delage blieb dem Unternehmen dennoch verbunden. Kurz darauf erschien der D8-120 mit einem leistungsstarken und außergewöhnlich laufruhigen Reihenachtzylindermotor.
Ende 1936 fiel die Entscheidung, eine sportlichere Ausführung zu entwickeln. Der Hubraum wuchs auf rund 4,75 Liter, während das Fahrgestell niedriger, leichter und schmaler wurde. Zudem erhielt es größere Räder und eine Radaufhängung, die mit jener der zwölfzylindrigen Delahaye-Rennwagen verwandt war. Das S in D8-120 S stand daher nicht für Sport, sondern für surbaissé: tiefergelegt. Fahrgestell 51620 war der Prototyp dieser außergewöhnlichen Ausführung.
Im März 1937 erhielt Carrosserie Pourtout in Rueil-Malmaison den Auftrag, eine passende Karosserie anzufertigen. Der Entwurf stammte von Georges Paulin, einem Pionier der aerodynamischen Formgebung. Die Form wurde zunächst anhand eines Maßstabsmodells und anschließend mit einem Modell in Originalgröße entwickelt.
Pourtout fertigte nahezu die gesamte Karosserie aus Aluminium. Besonders bemerkenswert waren die rahmenlosen Seitenscheiben und die gewölbte Windschutzscheibe, die damals technisch nur schwer zu realisieren waren. Paulin verzichtete auf überflüssigen Zierrat: Kotflügel, Türen, Dachlinie und Heck gehen beinahe ohne Unterbrechung ineinander über.
Als das Automobil im Oktober 1937 fertiggestellt wurde, war es bereits zu spät, um es noch offiziell für den Pariser Automobilsalon anzumelden. Delage und Pourtout fanden eine einfache Lösung: Sie parkten das Coupé vor dem Grand Palais, wo weder Besucher noch Presse es übersehen konnten.
Louis Delage nutzte das Automobil anschließend mehrere Jahre lang. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es eingelagert. Nach einem leichten Unfall im Jahr 1953 veränderte Saoutchik die Karosserie, wobei unter anderem die Frontpartie und die Verglasung überarbeitet wurden. Später gelangte der Delage nach Amerika und verschwand für viele Jahre aus der Öffentlichkeit.
Der Sammler Sam Mann entdeckte das Automobil schließlich im hinteren Teil einer Werkstatt. Nach langer Suche gelang es ihm, es zu erwerben und sorgfältig restaurieren zu lassen. Die Änderungen von Saoutchik wurden anhand historischer Fotografien und Dokumente rückgängig gemacht, wobei der größte Teil des ursprünglichen Karosserieblechs erhalten blieb. Im Jahr 2005 gewann der Delage den Titel Best of Show beim Pebble Beach Concours d’Elegance.
Am 13. August kommt er bei RM Sotheby’s Monterey Auction unter den Hammer. Der Schätzpreis liegt bei 5 bis 6 Millionen Dollar. Ein Automobil als rollende Skulptur – und als greifbarer Ausdruck von Louis Delages Vision von Geschwindigkeit, Technik und französischer Eleganz.
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