Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Alfonso XIII., König von Spanien (1886–1941), war durch und durch ein Automobilenthusiast. Und es besteht kaum ein Zweifel daran, dass er wie nur wenige andere über die Mittel verfügte, seiner Leidenschaft ausgiebig nachzugehen. Hispano-Suiza soll seine Lieblingsmarke gewesen sein, was angesichts ihrer spanischen Herkunft kaum verwundert.
Als der König im Jahr 1909 ein Rennen über 226 Meilen in der Nähe von Barcelona ankündigte, unterstützte Hispano-Suiza die Veranstaltung nur zu gern. Später schenkte ihm das Unternehmen ein Exemplar jenes Automobils, das es für das Rennen entwickelt hatte. Mehr noch: Das Modell wurde anschließend nach ihm benannt. So wurde der 3,6-Liter-Vierzylinder Type 15T – je nach Markt auch 15/45 PS genannt – als Alfonso XIII bekannt. Heute gilt er mitunter als einer der ersten echten Sportwagen.
Handelt es sich bei dem brutal wirkenden, kettengetriebenen Ungetüm auf diesen Fotografien also um den Hispano-Suiza-Rennwagen des Königs? Leider scheint dies nicht der Fall zu sein. Stattdessen soll es sich um einen acht Liter großen Delahaye aus dem Jahr 1908 handeln, der allerdings tatsächlich unserem spanischen Geschwindigkeitsfanatiker gehörte. Alfonso XIII. war zudem ein ausgesprochener Frankreichfreund.
Die Karosserie des Wagens wurde lange Zeit Kellner aus Paris zugeschrieben. Später tauchte jedoch die erste hier gezeigte Fotografie auf, auf der deutlich der Name eines anderen Pariser Karosseriebauers zu erkennen ist: Henri Labourdette. Labourdette unterhielt Räumlichkeiten an der Avenue des Champs-Élysées – eine Adresse, die dem Monarchen, der häufig in Paris gesehen wurde, zweifellos gefallen haben dürfte.
Merkwürdigerweise scheinen trotz mehrerer öffentlich bekannter Fotografien des Wagens erstaunlich wenige Informationen über diesen faszinierenden Rennwagen erhalten geblieben zu sein. Wer kann uns helfen, die Lücken zu schließen?
Text: Jeroen Booij
Fotos: Jeff Randell / Hervé Landois