Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Wer braucht schon einen siebensitzigen Renault Espace, wenn es so etwas Wunderschönes wie das Renault Viva Grand Sport Cabriolet gibt, um die Familie zu chauffieren?
Das Modell wurde zwischen 1934 und 1939 gebaut. Dieses Exemplar ist leicht als eine spätere Version zu erkennen – mit der runden Front und dem markanten Kühlergrill. Dahinter steckt ein 4,1-Liter-Reihensechszylinder mit 95 PS. Für das Design zeichnete Marcel Riffard verantwortlich, der zuvor leichte Jagdflugzeuge für die französische Luftwaffe entwarf – bei Caudron-Renault. Ja, der Name ist kein Zufall.
Als Riffard zu Renault wechselte, wollte der Hersteller seine Luftfahrt-Erfahrung nutzen, um dem großen Viva einen Hauch von Aerodynamik zu verleihen. Besonders betont wurden die strömungsgünstig geformten Kotflügel mit integrierten Scheinwerfern, die hinteren Radabdeckungen und die klappbare Windschutzscheibe. Doch das allein reichte Renault nicht. Zur Markteinführung im Jahr 1934 holte man sich die berühmte Pilotin Hélène Boucher zur Unterstützung. Sie hielt mehrere Geschwindigkeitsweltrekorde für Frauen – darunter den Rekord über Distanzen von mehr als 1.000 Kilometern mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 250,086 km/h, geflogen in einem... Caudron-Renault.
Tragischerweise kam Boucher noch im selben Jahr bei einem Flugunfall ums Leben – kurz nach dem Start des Viva.
Das hier gezeigte Grand Sport Cabriolet trägt ein Kennzeichen mit „W“ für Wien. Fotografiert wurde es auf der Wiener Höhenstraße, mit Blick auf die Stadt im Hintergrund. Hoch oben – aber noch immer am Boden.
Text: Jeroen Booij
Foto: Flickr