Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Sie kennen sicherlich Thelma & Louise, French & Saunders oder Wendy & Lisa. All diese weiblichen Duos wurden durch die Popkultur berühmt, aber die Vorkriegswelt des Motorsports hatte ihr eigenes legendäres Team: Joan und Kay. Und hier sehen Sie sie auf diesem Foto. Links steht Joan Richmond, rechts Kay Petre, mit einem Werks-Riley zwischen ihnen, im Oktober 1933. Mit nur zwei Jahren Altersunterschied waren Joan und Kay Teamkolleginnen und fuhren den Riley Brooklands bei verschiedenen Rennen. Sie mussten auch wissen, wie man ihn repariert, denn die Originalbildunterschrift lautet: "Kay Petre und Joan Richmond führen eine Inspektion an einem Riley durch."
Obwohl sie die britische Flagge im internationalen Motorsport hochhielten, stammten beide Frauen aus weit entfernten Ländern. Joan Richmond wurde in Cooma, Australien, geboren und begann ihre Karriere als Trainerin und Jockey in Victoria. Doch als Frauen 1932 von Pferderennen ausgeschlossen wurden, wandte sie sich dem Autorennsport zu. Nach einigen lokalen Erfolgen fasste sie einen mutigen Entschluss: Sie meldete ihren eigenen Riley für die Rallye Monte Carlo an und fuhr das Auto in fünf Monaten (!) auf dem Landweg nach Europa. Anschließend reiste sie nach Großbritannien, um dort ihre Motorsportkarriere fortzusetzen, und nahm schließlich an sieben Monte-Carlo-Rallyes sowie zweimal am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil.
Kay Petre, geboren in Ontario, Kanada, kam aus der entgegengesetzten Ecke der Welt, hatte aber einen Teil ihrer Jugend in England verbracht. 1929 heiratete sie einen Engländer mit einer Vorliebe für die Luftfahrt. Vielleicht war es daher kein Wunder, dass sie schließlich in Brooklands landete – der berühmten Rennstrecke und Flugplatz, wo sie schnell zu einer bekannten Figur auf der Strecke wurde und mehrere Rekorde mit verschiedenen Autos aufstellte. Besonders erfolgreich war sie am Steuer eines Riley, mit dem sie, genau wie Joan, nicht nur Rennen fuhr und Rallyes bestritt, sondern auch Sprints und Bergrennen absolvierte. Doch 1937 beendete ein schwerer Unfall während eines Trainings in Brooklands abrupt ihre Rennkarriere. Zufälligerweise war Joan Richmonds Verlobter nur zwei Monate zuvor bei einem weiteren Unfall in Donington Park ums Leben gekommen.
Text: Jeroen Booij
Bild: PA Images