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Invicta S90 Simplon: Der britische Aristokrat mit dem Herzen eines Rennfahrers

Während feiner Nieselregen über die belgische Landschaft zieht, öffnet sich ein Tor zu einem modernen Anwesen. Dort treffen wir einen leidenschaftlichen Sammler, der in seinem einzigartigen Gartenpavillon mehrere außergewöhnliche Fahrzeuge beherbergt – darunter auch das Auto, das wir heute besichtigen dürfen: der Invicta Type S mit niedrigem Chassis, konkret das Exemplar mit der Fahrgestellnummer S90, auch bekannt unter dem Namen „Simplon“.

 

Dieses Modell gilt als eines der elegantesten Sportautos, die je in Großbritannien gebaut wurden – berühmt für seine außergewöhnlichen mechanischen wie auch ästhetischen Qualitäten. Kein Wunder also, dass der S-Type regelmäßig auf renommierten Concours d’Élégance zu sehen ist. In diesem Jahr ist Invicta sogar eines der Hauptthemen beim Pebble Beach Concours.

 

Der heutige Besitzer erwarb „Simplon“ vor vier Jahren und fügte ihn seiner beeindruckenden Fahrzeugsammlung hinzu. Schon sein ganzes Leben lang war er von diesem Modell fasziniert, doch der richtige Wagen war ihm bisher nie begegnet. Nachdem er einige Zeit mit einem Vauxhall 30/98 verbracht hatte – der ihn letztlich nicht überzeugte – tauchte S90 auf dem Markt auf. Der Wagen wurde bei einer Auktion nicht verkauft und gelangte kurz darauf nach Belgien.

S90 ist jedoch kein gewöhnlicher S-Type – es handelt sich um einen originalen Werksrennwagen mit vollständig dokumentierter Historie. Zu den Höhepunkten zählen der Sieg bei der Ards TT am 22. August 1931 sowie ein weiterer bei der BARC Closing Meeting in Brooklands im selben Jahr.

 

Viele Informationen zur Geschichte des Fahrzeugs finden sich in alten Büchern und Zeitschriften. Bei seinen Nachforschungen entdeckte der Besitzer anhand historischer Fotos, dass das Fahrzeug ursprünglich eine kleine Heckklappe besaß. Bei genauerer Untersuchung zeigte sich, dass diese Klappe tatsächlich noch immer unter dem Lack verborgen liegt. Auch das Holz im Innenraum ist größtenteils original erhalten. Die sogenannten Cycle Wings wurden zwar erneuert, jedoch mit großer Sorgfalt und im Geist der damaligen Zeit gefertigt.

Obwohl das Fahrzeug keine Matching Numbers mehr besitzt, ist die Motorengeschichte für sich genommen bereits bemerkenswert. Während des Kriegs wurde der Originalmotor durch ein Buick-Aggregat ersetzt. Später wurde Motor Nr. 7411, ursprünglich aus Chassis S33, eingebaut. Anfang der 2000er Jahre folgte schließlich Motor Nr. 7348 – der auch heute noch im Wagen steckt.

 

Die Karosserie von S90 wurde von Carbodies gefertigt, einem renommierten Karosseriebauer aus Coventry. Die meisten S-Types, die wir gesehen haben, besitzen eine andere Form – doch gerade diese Ausführung überzeugt durch ihre elegante und charakterstarke Heckpartie.

 

Der Invicta S-Type war mit einem 4,5-Liter-Sechszylinder-Motor von Meadows ausgestattet, der 1928 auf dem Olympia Motor Show vorgestellt wurde. Dieser Langhubmotor war bekannt für sein hohes Drehmoment und seine Elastizität. Er ermöglichte es dem Fahrer, im höchsten Gang bereits bei 10 km/h anzufahren – und bis auf 145 km/h zu beschleunigen. Für damalige Verhältnisse eine beeindruckende Leistung.

 

Nach dem Fotografieren und dem eingehenden Blick auf das Fahrzeug verstehen wir den Traum des Besitzers nur zu gut. Was für ein großartiges Auto. Die Kombination aus roher Kraft und raffinierter Eleganz macht diesen Wagen zu etwas wahrhaft Besonderem. Als sich das Tor wieder hinter uns schließt, wissen wir: So etwas möchten auch wir eines Tages in unserer Garage stehen haben…

 

Text und Fotos: Laurens Klein

 

Publiziert:
Montag April 7th, 2025
Simon Thomas
08 April 2025, 10:04
The results of the 1931 Ards TT show Norman Black as the overall race winner. The Invicta race number 6 finished 19th overall winning it's class out of 3 starters being the only finisher.
Simon Thomas
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Peter Maguire
07 April 2025, 14:06
Are we talking about two different cars here? I ask, because the car in the photos taken in the "mountains in the snow" has a completely different front supension configuration from that in the other photos. This is evident and can be easily seen in photo six, the second in the snow with a man standing behind the car to the right of the photo. In this photo it can be seen that there is no provision for the shock-absorber system set at right angles to the chassis. This requires bulges on the radiator side of the wings to accomodate the mounting brackets on the side/top of the chassis. These would be situated just aft of the headlamp mounts and they are not there (easily apparent under three hundred per cent. enlargement). A minor point, but of importance. These mounts are very evident in most of the other photos, including those taken in the 1930s.
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