Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Zu Hershey gehören einige Gewissheiten. Man erfährt immer etwas, das man noch nicht wusste, trinkt irgendwo ein Glas Apfelmost, kehrt mit Teilen nach Hause zurück, von denen man bei der Abfahrt noch nicht wusste, dass man sie brauchte, und RM Sotheby’s bringt während des AACA Fall Meet eine große Auswahl an Vorkriegsautomobilen zur Versteigerung. In diesem Jahr fiel uns zwischen all dem Messing, Chrom und Benzinbrummen etwas Besonderes auf: drei Elektroautos. Hershey geht mit der Zeit – auch wenn diese Wagen ihrer Zeit bereits vor mehr als einem Jahrhundert voraus waren.

Der älteste des Trios ist der Detroit Electric Model D, Type K Brougham von 1909. Laut RM Sotheby’s handelt es sich um den ältesten erhaltenen Detroit Electric und um eines von nur zwei bekannten Exemplaren mit dem frühen Doppelkettenantrieb. Sein erster Besitzer konnte den Wagen allerdings nicht lange unbeschwert genießen. Wenige Tage nach dem Kauf ließ er den Fahrschalter in einer hohen Fahrstufe stehen, während das Auto in seiner Scheune abgestellt war. Der anschließende Brand beschädigte den Wagen und zerstörte die Scheune. Der Detroit wurde repariert und überlebte – mitsamt einer Geschichte, die in Hershey zweifellos mehr als einmal erzählt werden wird.

Der Rauch & Lang Model B26 Brougham von 1918 erzählt eine andere Geschichte. Dieses vornehme, kutschenähnliche Automobil gehörte viele Jahre zu jener Sammlung, aus der das Crawford Auto-Aviation Museum hervorging. Später wurde es umfassend restauriert, in zwei Grüntönen lackiert und mit einem Interieur aus grauem Wollstoff ausgestattet. 2019 erhielt der Wagen in Hershey eine AACA First Junior-Auszeichnung. Wer bei einem elektrischen Klassiker vor allem an lautloses Fahren denkt, wird hier daran erinnert, dass es auch unter den Automobilen ohne Motor unter der Haube ernsthafte Concours-Kandidaten gibt.

Dann wäre da noch die auffälligste Erscheinung: das Detroit Electric Model 99 Coupé von 1937. Von außen scheint es sich alle Mühe zu geben, wie ein gewöhnliches Coupé der 1930er-Jahre auszusehen. Unter der Karosserie und hinter den Bedienelementen bleibt es sich jedoch auf altmodische Weise treu: Gesteuert wird noch immer mit einem Lenkhebel. Nach Angaben des Auktionshauses ist es der zuletzt gebaute Detroit Electric, der vollständig erhalten geblieben ist. Der Wagen befindet sich weitgehend in unrestauriertem Zustand und soll mit seinen neueren Batterien betriebsbereit sein. Einen Teil seines späteren Lebens verbrachte er sogar als Lehrmittel an einer technischen Schule.
Drei Elektroautos aus einem Zeitraum von beinahe dreißig Jahren – und alle drei typisches Hershey-Material: ungewöhnlich, historisch faszinierend und bestens geeignet für ein Gespräch, das länger dauert als ursprünglich geplant.