Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Der Herbst hat diese Gefilde in voller, farbenprächtiger Pracht erreicht – welche Bilder könnten die Jahreszeit besser einfangen? Diese Aufnahmen sind zehn Jahre alt und stammen von dem Tag, an dem dieses besonders interessante Fahrzeug auf Amelia Island versteigert wurde. Es ist ein Marmon, und zudem das einzigartige zweisitzige Prototyp-Modell mit seinem besonderen V12-Motor.
Die Marmon Motor Car Company aus Indianapolis, USA, hatte sich einen Namen für innovative Motoren gemacht und galt als Pionier in mehreren Bereichen: insbesondere beim Einsatz von Aluminium in Motoren, Karosserien und Fahrgestellen, beim V16-Motorlayout, beim Monoposto-Baukonzept und… beim Rückspiegel. Die Große Depression setzte dem Unternehmen jedoch stark zu, und dieser V12 gilt als das letzte neu entwickelte Modell, bevor Marmon in den 1930er-Jahren verschwand.
Der Prototyp wurde als HCM bekannt, obwohl wir nicht wissen, wofür diese Buchstaben standen. Sein einzigartiger 368 cu in-Motor (etwas mehr als sechs Liter) war aus Aluminium gefertigt und besaß obenliegende Ventile; die Aufhängung war rundum unabhängig. Die Karosserie war ebenfalls höchst eindrucksvoll und wird Walter Teague Junior zugeschrieben, dem Sohn des berühmten Industriedesigners.
Die Baukosten wurden 1933 auf 160.000 Dollar geschätzt, doch als das Fahrzeug im Herbst desselben Jahres fertiggestellt war, befand sich das Unternehmen bereits in Konkursverwaltung. Der HCM wurde mehreren Automobilherstellern vorgestellt, um mögliche Produktionsinteressen zu wecken, doch keiner zeigte sich interessiert. Der enttäuschte Howard Marmon soll den Wagen daraufhin mit nach Hause genommen und in Zellophan eingeschlagen haben, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1943 verblieb. Später gelangte er in die Sammlung des Designers Brooks Stevens, der möglicherweise von ihm inspiriert wurde. Nach Stevens’ Tod wurde der Wagen restauriert und 2014 auf Pebble Beach wieder mit Teague Junior zusammengeführt, bevor er im darauffolgenden Jahr für 429.000 Dollar verkauft wurde. Wo befindet er sich heute?
Words: Jeroen Booij, Pictures: RM Sotheby’s