Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1950 zurückreicht, steht ein ganz besonderer Teilnehmer bereit, um seine bemerkenswerte London to Brighton Veteran Car Run-Tradition im Jahr 2025 fortzusetzen.
Die Familie Timmis feiert mit Stolz 75 Jahre und fünf Generationen gelebter Geschichte mit „Gladys“, ihrem Gladiator von 1903, während sie sich auf die Teilnahme an der legendären RM Sotheby’s London to Brighton Veteran Car Run 2025 vorbereitet.
Die Familiengeschichte mit Gladys begann 1950, als Howard Timmis – ein bei Rolls-Royce ausgebildeter Ingenieur und Besitzer eines Mercedes 10-20HP von 1910 – ein für die Brighton-Rallye zugelassenes Fahrzeug suchte. In Clapton-in-Gordano nahe Bristol fand er den Gladiator von 1903. Das Auto war unvollständig und hatte Berichten zufolge als Milchwagen und sogar als Transportmittel für eine Cricket-Mannschaft aus Gloucestershire gedient.
Mit Unterstützung des Mechanikers Ted Petley und des Schreiners Snellgrove führte Howard eine vollständige Restauration durch. Neues Eschenholz wurde in den Rahmen eingepasst, ein fehlender Vergaser gefunden und ein dritter Gang von seinem Freund Carl Parkinson bei Rolls-Royce angefertigt. Da das ursprüngliche Kennzeichen zu stark korrodiert war, erhielt Gladys das neue Nummernschild RYC700. Ihr Debüt feierte sie 1954 beim London to Brighton Run mit Howard und seinem Sohn Richard als Teilnehmer Nr. 185 – erfolgreich und als Beginn einer Familientradition, die Generationen überdauern sollte.
Zwischen 1954 und Howards frühem Tod 1972 nahmen Vater und Sohn elfmal teil und beendeten acht Läufe. Anfangs litten sie häufig unter Reifenpannen, da sie den hohen Druck für die Wulstreifen nicht kannten. Richard erinnerte sich später, dass sie einmal von einem ihrer eigenen Reifen überholt wurden.
Der Transport von Gladys war zunächst improvisiert – ein Pferdeanhänger, gezogen von einem Land Rover eines Cousins. Später entstand ein maßgefertigter Trailer aus der Achse eines Bedford-Lastwagens und dem Rahmen eines kippbaren Krankenhausbettes – eine Konstruktion, die bis heute im Einsatz ist, wenn auch nicht ohne Zwischenfälle: Einmal löste sich der Anhänger und prallte gegen einen weißen Lieferwagen, glücklicherweise ohne Verletzte.
Richard setzte die Familientradition fort und nahm bis 2004 an 30 weiteren Läufen teil, von denen er alle bis auf einen erfolgreich beendete. Die Timmis-Familie startete gewöhnlich um 2 Uhr morgens in Yeovil, frühstückte in Andover und erreichte Hyde Park bei Sonnenaufgang. In Brighton wurde traditionell in einem chinesischen Restaurant gefeiert, wo Wein in Teekannen serviert wurde, um die damaligen Lizenzauflagen zu umgehen.
Mit der Zeit schlossen sich weitere Familienmitglieder an, darunter Richards Frau und ihre Kinder. Ein Schlüsselmoment kam, als ein Fahrzeughistoriker feststellte, dass RYC700 nicht das ursprüngliche Kennzeichen war. Dank der in das Holzlenkrad geschnitzten Aufschrift „Wooliams“ konnte die originale Nummer AD448 aus Gloucestershire ermittelt und von der DVLA neu ausgegeben werden.
Seit 2004 wird Gladys von Richards Kindern – Nigel, John und Chris – gefahren, und in jüngerer Zeit von Enkel Alastair, Nigels Sohn. Bei 17 weiteren Teilnahmen beendete sie 14 erfolgreich, oft mit Nichten, Neffen, Partnern und Freunden an Bord. Bei einer Fahrt erzählte ein Zuschauer im Hyde Park, dass seine betagte Mutter, ebenfalls Gladys genannt, ein Foto des Gladiators in ihrem Pflegeheim aufbewahrte – eine weitere herzerwärmende Familienverbindung.
Bis heute wurde Gladys 60-mal gemeldet, startete 54-mal und beendete 50 Läufe erfolgreich. 2025 hofft die Familie auf ihren 51. erfolgreichen Lauf – ein Jubiläum nach 75 Jahren in Familienbesitz.
Dieses Jahr markiert einen neuen Meilenstein: Die fünfte Generation steigt ein – der zweijährige Aiden, Urenkel von Richard, wird mitfahren. Zur Erinnerung an Gladys’ besonderen Platz im Familienleben wurde eine Skulptur des Gladiators in Richards Garten aufgestellt.
„Gladys war immer mehr als nur ein Auto – sie ist der rote Faden, der fünf Generationen unserer Familie durch die Leidenschaft für historische Automobile verbindet,“ sagt Nigel Timmis. „Wir hoffen, dass diese Tradition fortbesteht, solange das Fahren klassischer Verbrennungsmotoren gefeiert wird.“
Die RM Sotheby’s London to Brighton Run bildet den feierlichen Abschluss der geschäftigen London Motor Week des Royal Automobile Club – sieben Tage voller Automobilveranstaltungen und Feierlichkeiten in der Hauptstadt.
Zu den Höhepunkten zählen die Ausstellung „Art of Motoring“ in der Iconic Images Gallery in Piccadilly (29. Oktober – 1. November), das kostenlose St James’s Motoring Spectacle (Samstag, 1. November) auf der gesperrten Pall Mall, eine Reihe von Fachvorträgen im Londoner Clubhaus sowie bedeutende Branchen- und Preisverleihungsdinner. Auch die RM Sotheby’s London Sale kehrt am Samstag, 1. November, ins The Peninsula London zurück, wo herausragende Sammlerfahrzeuge versteigert werden. Eine vollständige Übersicht der London Motor Week-Events findet sich hier.
Alle Details zur RM Sotheby’s London to Brighton Veteran Car Run 2025 (Sonntag, 2. November) einschließlich Anmeldung und Route stehen unter www.veterancarrun.com.