Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Als mein Vater im vergangenen Jahr verstarb, hätte ich niemals erwartet, unter seinen Hinterlassenschaften etwas zu entdecken, das auch nur im Entferntesten mit PreWarCar.com zu tun hatte. Er war ein Mann mit vielen Interessen, auch wenn seine Arbeit als Konditormeister und Inhaber eines bis ins kleinste Detail geführten Geschäfts stets an erster Stelle stand. Feine Küche, Popmusik der 1970er-Jahre, Gartenarbeit, Nachkriegsautomobile und die Fotografie gehörten ebenfalls zu seinen Leidenschaften. Im Laufe der Jahre hatte er Kiste um Kiste mit Farbdias gefüllt, von denen viele jahrzehntelang niemand mehr angesehen hatte. Die Aufgabe, sie zu sortieren und zu digitalisieren, fiel meinem Bruder zu. Und genau dabei tauchten diese Aufnahmen auf.
Ein wenig Recherche ergab, dass die Fotografien während einer Ausfahrt des niederländischen P.A.C. (Pionier Automobielen Club) am 25. August 1973 entstanden sind. Meinen neuen Fotoapparat dürfte mein Vater damals noch nicht lange besessen haben, denn meine ältere Schwester war gerade erst geboren worden und – wie so oft – schnell zu seinem liebsten Fotomotiv geworden, an dem er seine fotografischen Fähigkeiten erprobte.
Diese Veteranenfahrzeuge boten ihm zweifellos eine ebenso reizvolle Gelegenheit, mit Belichtungszeiten und Blendenwerten zu experimentieren. Die Fotos entstanden auf dem Parkplatz des Hotels Huis ter Duin in seiner Heimatstadt Noordwijk in den Niederlanden. Vielen dürfte der Ort als Start- und Zielpunkt der Tulpenrallye bekannt sein, doch das traditionsreiche Grandhotel ist seit Jahrzehnten Schauplatz von Automobilveranstaltungen aller Art.
Und was ist darauf zu sehen? Ein Belsize, ein De Dion-Bouton, ein Delage, ein Studebaker, ein Morris und gleich zwei blaue Bugattis. Hinzu kommen ein imposanter Brasier, ein Lagonda und ein Austin Seven mit britischen Kennzeichen sowie ein Charron, der nicht nur eine charmante Katzenfigur auf dem Kühler trägt, sondern offenbar zusätzlich auch einen Bibendum. Für Liebhaber der Brass Era könnten diese Fotografien ein faszinierendes Zeitdokument aus den unbeschwerten frühen 1970er-Jahren darstellen. Gleichzeitig werfen sie eine interessante Frage auf: Wie viele dieser Automobile befinden sich heute eigentlich noch in den Niederlanden?
Text: Jeroen Booij
Fotografie: Pieter Booij