Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Villers-sur-Mer in den 1920er-Jahren und Villers-sur-Mer in den 2020er-Jahren: Finden Sie die Unterschiede zwischen den beiden Fotografien. Nun, zu entdecken gibt es wahrlich genug, doch es war das Gespann aus Automobil und Wohnwagen auf der Schwarz-Weiß-Aufnahme, das unsere Aufmerksamkeit zuerst auf diese Postkarte lenkte. Was war das nur für ein ausgesprochen reizendes kleines Gefährt? Seine Karosserie zeigt den unverkennbar extravaganten Stil der 1920er-Jahre, doch Räder, Fahrgestell und vieles andere wirken eindeutig älter – oder etwa nicht?
Nun, wir haben es gefunden. Bei dem Automobil handelt es sich um einen De Dion-Bouton Type CD von 1909, der 1921 von Monsieur Charles Louvet mit einer neuen Karosserie versehen wurde. Louvet war auch für den dahinter befindlichen Wohnwagen verantwortlich – ebenso wie für das darauf transportierte Kanu! Tatsächlich wurde Louvet in Südfrankreich zu einer recht bekannten Persönlichkeit, nachdem er mit seinem ungewöhnlichen Gespann mehrere Reisen unternommen hatte – sowohl zum Vergnügen als auch zu Werbezwecken. Es heißt, er habe von Besuchern Eintritt verlangt, wenn sie das Innere des Wohnwagens besichtigen wollten. Außerdem verkaufte er Postkarten und Fotografien, um damit seine nächsten Projekte zu finanzieren.
Dazu gehörten mehrere größere Wohnwagen und Reisemobile, die in Leichtbauweise nach Methoden aus der Luftfahrtindustrie gefertigt wurden. Sie alle erhielten den Namen ‘Carling Home’, abgeleitet vom französischen Wort carlingue, das die Kabine beziehungsweise den Rumpf eines Flugzeugs bezeichnet. Bei diesem Exemplar handelte es sich um Carling Home No. 1.
Die verschiedenen unten gezeigten Abbildungen sind eine Mischung aus Postkarten und Archivfotografien der Bibliothèque nationale de France. Sie zeigen Louvets Carling Home No. 1 nicht nur in Villers-sur-Mer, sondern auch vor dem Casino in Cannes und in Juan-les-Pins. Ach, was waren das für herrliche Caravaning-Tage!
Text: Jeroen Booij
Fotos: Gilles Fillaud / Bibliothèque nationale de France