Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Eine Helica Leyat setzt ihre Propeller in Bewegung – Sie wissen schon, dieses Auto, das eigentlich lieber ein Flugzeug wäre (oder ist es umgekehrt?). Wenige Meter weiter rollt ein Graham White vorsichtig aus seiner Parkposition und nimmt mit würdevoller Langsamkeit Fahrt auf. Eine Szene, wie man sie wohl nur auf einem staubigen Parkplatz irgendwo in Burgund erlebt – beim Festival of Slowth.
Offiziell nennt es sich Festival International de la Lenteur – doch dieses Ereignis lässt sich kaum in Worte fassen. Es ist kein Rallye. Kein Concours d’Élégance. Keine klassische Ausfahrt. Es ist… etwas ganz anderes. Etwas viel Besseres.
Bei diesem Festival geht es nicht nur um Geschwindigkeit – oder besser gesagt, um deren völliges Fehlen. Es geht um die Feier der herrlichen Absurdität früher Automobiltechnik: das Träge, das Ineffiziente, das wunderbar Unzuverlässige. Schon nach den ersten fünf Kilometern standen sieben Autos mit Pannen am Straßenrand. Ein Paradies – oder Albtraum – für Mechaniker, die keine Minute zur Ruhe kamen.
Der einzige ernsthafte Anstieg des Tages forderte seinen Tribut. Der Autor dieses Berichts verneigt sich ehrfürchtig vor den beiden Brüdern, die uns mit purer Muskelkraft nach oben schoben – und dabei vermutlich einen Teil ihrer Lungenleistung auf halber Strecke zurückließen.
Die Pausen unterwegs waren genau das, was man sich von einer solchen Veranstaltung erhofft. Kaffee aus großen Kannen, serviert auf einem improvisierten Tisch am Straßenrand. Kein Aufwand, keine Show – nur Geselligkeit, Werkzeug, Gespräche und geteilte Leidenschaft.
Das Mittagessen fand im idyllischen Château de Romenay statt, einem liebevoll restaurierten Anwesen, umgeben von alten Scheunen und Stallungen – eine traumhafte Kulisse für unsere eigenwillige Fahrzeugsammlung. Und tatsächlich: Wir durften unsere Autos direkt zwischen den Stallboxen parken – eine fast surreal passende Szene.
Nach dem Essen begann das Unterhaltungsprogramm. Eine Spielmannsgruppe spielte auf, und es war Zeit für das „Rennen aller Rennen“ – ein spielerischer Wettlauf über das Gelände. Der Verfasser dieser Zeilen wurde dabei knapp von seiner sechsjährigen Tochter geschlagen, die stolz in ihrem elektrischen Lugano von 1907 unterwegs war. Eine schmerzhafte Niederlage, die nur durch ihr strahlendes Lächeln (und meines) gemildert wurde.
Die Auswahl an Fahrzeugen war schlichtweg einzigartig. Wo sonst sieht man ein propellergetriebenes Helica neben einem riemengetriebenen Premier? Nirgendwo.
Unser persönlicher Favorit? Eine Cyklon 10HP Limousine. Eine deutsche Konstruktion, die das Festival of Slowth perfekt verkörpert: eine Lenkung, die nur einen Sitzplatz vorn zulässt, eine Zylinderkopfkühlung, die mehr Kunstwerk als Technik ist, und ein Oberflächenvergaser, der so schlecht funktioniert, dass man ihn für einen Scherz halten könnte. Doch die Karosserie – wuchtig, vornehm – erinnert an die große Klasse. Dieses Fahrzeug hätte definitiv einen Ehrenplatz in der PreWarCar.com-Sammlung verdient.
Am Nachmittag zogen Gewitter und starker Regen auf – ein dramatisches Finale nach einem Tag mit über 30 Grad und strahlender Sonne. Die klugen Fahrer hatten sich längst unter die überdachte Terrasse zurückgezogen, wo sie entspannt ihren wohlverdienten Pastis genossen. Die anderen trafen durchnässt, aber glücklich ein.
Was bleibt, ist ein Gefühl tiefer Verbundenheit. Eine gemeinsame Leidenschaft – für Fahrzeuge, für Technik und letztlich für die Schönheit des Unperfekten. Dies ist keine Veranstaltung für Geschwindigkeit oder Präzision.
Das Festival of Slowth ist langsam. Es ist seltsam. Und es ist wunderbar.
Wir zählen schon die Tage bis zur nächsten Ausgabe.
Text und Fotos von Laurens Klein
Thank you again from both brothers.
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Nous tenons à vous remercier pour la bière qui nous a permis de retrouver un peu d’énergie après ce poussage difficile.
Merci encore de la part des deux frères.