Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Ein Auto zu restaurieren, wenn es notwendig ist, kann eine lohnende und erfüllende Aufgabe sein – doch wann immer möglich, sollte der Erhalt im Vordergrund stehen. Nur selten lässt sich beides miteinander vereinen, doch bei diesem Voisin C3L von 1924 war genau das der Fall.
Als der Wagen 2022 von einem begeisterten Voisin-Sammler erworben wurde, stand er bereits seit Jahrzehnten still. Glücklicherweise war er so gut eingelagert worden, dass die Berline-Karosserie aus etwa 1930 mit weitgehend originalem Lack erhalten geblieben war. Zwar hatte der Innenraum einige Schäden davongetragen, doch da er noch die außergewöhnliche Polsterung aus der Epoche aufwies, wäre eine Neubeziehung schlicht unverzeihlich gewesen. Das Projekt verlangte eine besonders kreative und überlegte Herangehensweise.
Die österreichischen Konservierungsexperten von Craftlab legten größten Wert darauf, nie von der Originalspezifikation abzuweichen. So befanden sich etwa die originalen Walnussscheiben in den Stoßdämpfern noch in gutem Zustand und konnten wiederverwendet werden. Die Buchsen in den Verbindungsflanschen hingegen mussten erneuert werden – da sie ursprünglich aus Ulmenholz bestanden, wurde auch für die neuen Teile Ulme verwendet.
Beschädigte Stellen im Lack wurden mit einer Mischung aus Farbe und trocknenden Ölen ausgebessert, was nicht nur die Farbwirkung auffrischte, sondern auch die Haftung der historischen Lackschichten dort wiederherstellte, wo sie bereits rissig und spröde geworden waren. Der außergewöhnliche, fellartige Stoff des Innenraums war im Grunde unersetzlich – beschädigte Bereiche wurden daher mit übrig gebliebenem Originalmaterial sorgfältig ausgebessert.
Die in dieser besonders einfühlsamen Restaurierung angewandten Methoden können jedem, der mit empfindlichem historischen Fahrzeugmaterial zu tun hat, wertvolle Orientierung bieten. Zack Stiling beschreibt den gesamten Prozess in der Maiausgabe von The Automobile, ab sofort erhältlich.
Text: Zack Stiling
Fotos: Elena Henrich