Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
Der Flying Scotsman Rallye 2025 endete mit einem furiosen Finale in Gleneagles, wo William Medcalf seinen vierten Sieg in großem Stil einfuhr. Damit stellte er den Rekord von Gareth Burnett ein – jedoch mit einer Besonderheit: Medcalf gewann jedes Mal am Steuer eines Bentley SuperSports. Zusammen mit Navigator Ryan Pickering meisterte er die 680 Meilen lange, viertägige Strecke von Harrogate nach Gleneagles souverän und sicherte sich mit vier Minuten Vorsprung den klaren Gesamtsieg in einem hochklassigen Teilnehmerfeld.
Doch in diesem Jahr ging es nicht nur um erfahrene Routiniers. Erstmals bestand ein Viertel des Starterfeldes aus Teilnehmern unter 30 Jahren – und sie waren nicht nur dabei, sie mischten ganz vorne mit. Mit einem Durchschnittsalter von nur 24 Jahren holten die „Young Guns“ drei Klassensiege, zwei Top-Ten-Platzierungen und sogar den „Spirit of the Rally“-Award. Ein starkes Zeichen für die Nachwuchsinitiativen von HERO-ERA, wie das Bob Rutherford Stipendium oder die Aktion „Rally for the Ages“, die jungen Talenten durch vergünstigte oder sogar kostenlose Teilnahme den Einstieg in den historischen Motorsport ermöglichen.
Zu den beeindruckendsten jungen Teilnehmern zählte Maximilian Matt (27, DE), der gemeinsam mit Gerd Bühler trotz technischer Probleme in ihrem BMW von 1938 den sechsten Gesamtrang und einen Klassensieg errang. Georgia de Jong Cleyndert kämpfte sich trotz Bremsproblemen mit ihrem Vater Bill im Bentley von 1928 auf Platz acht. Alexandra Murray-Tacon navigierte einen Aston Martin von 1940 zum Klassensieg, während die spanischen Brüder Alex und Borja Sánchez-Silva mit ihrer Entschlossenheit im Hispano Suiza von 1925 trotz aller Rückschläge stürmischen Applaus ernteten.
Auch hinter dem dominanten Bentley-Duo Medcalf/Pickering blieb es spannend: Mike Farrall und Zach Burns eroberten im Jaguar SS90 den zweiten Platz – ein emotionaler Erfolg für Farrall, der sich von einem schweren Motorradunfall erholt. Das Team John Lomas und Pete Johnson rettete mit ihrem Riley Sprite trotz Zeitverlusten auf der letzten Etappe noch den dritten Rang.
Im weiteren Verlauf des Feldes spiegelte sich die Vielfalt der Fahrzeuge und das fahrerische Können wider – neun verschiedene Marken fanden sich in den Top Ten, von Lea Francis bis Frazer Nash. Selbst Navigationsfehler oder technische Aussetzer konnten Teams wie Bühler/Matt oder die Cleynderts nicht von ihren Klassensiegen abhalten.
Die präzise geplante Route von HERO-ERA wurde international gefeiert. Teilnehmer reisten aus Ländern wie Hongkong, Bermuda, den USA und Marokko an. Besonderes Lob erhielten Rallyeleiter Guy Woodcock sowie seine Stellvertreter James Phillips und Andy Pullan, die eine atemberaubende Strecke durch abgelegene und landschaftlich reizvolle Gegenden entwarfen.
Zum Abschluss zeigte sich Medcalf begeistert: „Ein echtes Privileg… der Teamgeist war fantastisch. Ryan ist ein großartiger Mensch – wir hatten jede Menge Spaß.“ Pickering, der seinen ersten Gesamtsieg feierte, ergänzte: „Ein Lebenstraum – darauf haben wir zehn Jahre hingearbeitet.“