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Ein Royaler Concours in Woodcote Park – Eine Rückschau

Der Automobile Club of Great Britain, gegründet im Jahr 1897 und zehn Jahre später auf Wunsch von König Edward VII. in The Royal Automobile Club umbenannt, spielte stets eine führende Rolle in der britischen Automobilgeschichte. Er setzte sich für die Interessen der Autofahrer und Hersteller ein und war maßgeblich an der Festlegung von Standards und Regularien im Motorsport beteiligt. Angesichts dieses reichen Erbes hätte man erwarten können, dass ein Concours d’Élégance auf Woodcote Park – dem prachtvollen, 140 Hektar großen Anwesen des Clubs in Surrey – seit Jahren ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders ist. Doch überraschenderweise war dem nicht so. Die Veranstaltung dieser Woche, unter anderem unterstützt von RM Sotheby’s, war die erste ihrer Art, die vom Club ausgerichtet wurde.

 

Die Kulisse – ein stattliches Herrenhaus, die angrenzende Zedernwiese, Springbrunnen und gepflegte Parkanlagen – wirkte wie geschaffen für ein solches Ereignis. Fahrzeuge aller Epochen und Kategorien waren vertreten: vom Benz aus dem 19. Jahrhundert bis hin zum neuesten Rolls-Royce, der vermutlich erst vor wenigen Wochen das Werk in Goodwood verlassen hatte.

Insgesamt gab es sieben Concours-Kategorien: Grand Tourers, Mille Miglia, Limousinen, Pioniere, Riviera, Die Kunst der Karosseriebauer und Motorräder. Ergänzt wurden diese durch Sonderausstellungen wie Formel-1-Fahrzeuge, 100 Jahre Phantom, die 1000 Mile Trial, 75 Jahre BRM, 120 Jahre Tourist Trophy und 75 Jahre britischer Automobilbau. Selbst auf dem Besucherparkplatz fanden sich wahre Schätze – etwa zahlreiche Aston Martins und herrliche Vorkriegs-Tourer von Alvis.

Eine beachtliche Anzahl an Veteranenfahrzeugen aus der Zeit vor 1905 war ebenfalls vertreten. Besonders hervorzuheben war die Präsentation von Tom Parrott und seinem Vater Nigel, die unter anderem einen eleganten CGV und einen begehrenswerten De Dion Bouton von 1904 mit Zweizylindermotor und Heck-Einstiegstonneau zeigten. Man kann sicher sein, dass sie an diesem Tag regen Zulauf von Stammkunden und neuen Interessenten hatten.

 

Ganz im Stil eines klassischen Concours floss den Tag über reichlich Champagner – eine willkommene Abkühlung bei sommerlicher Juli-Hitze. Am Nachmittag folgte die Preisverleihung. In der Kategorie Grand Tourers wurde der einmalige Bristol 406S von 1958 aus dem Besitz von Gale und Michael Barton mit dem Siegespreis ausgezeichnet. In der Kategorie Riviera setzte sich der elegante Talbot-Lago T15 Cabriolet von 1938 durch – ein Fahrzeug, mit dem der Verfasser dieses Textes nur allzu gerne selbst nach Hause gefahren wäre. Kaum ein anderes Fahrzeug konnte es an Größe und Pracht mit dem Packard 12 von 1936 aufnehmen, einst im Besitz von Charlie Chaplin und heute Teil der Jack Boyd Smith Collection in den USA – ein würdiger Gewinner des Chairman’s Choice-Preises.

 

Fotos von David Clark, Milton Laarman

 

Publiziert:
Freitag Juli 11th, 2025

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