Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Wenn selbst Spezialisten keine Antworten mehr haben, wenden sie sich an uns. Und wenn auch wir erkennen müssen, dass unser Wissen seine Grenzen hat, tun wir das, was Liebhaber seit mehr als einem Jahrhundert tun: Wir wenden uns aneinander. So bleibt Wissen in Bewegung, Rätsel werden geteilt und mitunter gelöst.
Mit diesem Gedanken gegenseitiger Unterstützung im Hinterkopf – und passend zur Stimmung der kommenden Festtage – präsentieren wir heute drei Fotografien, die uns von Josef de Baets zugesandt wurden. Josef gilt als anerkannter Kenner der Marke Imperia und verfügt über eine außergewöhnlich umfangreiche Dokumentation. Die Bilder, die er mit uns geteilt hat, sind von hoher Qualität, jedoch leider nur spärlich dokumentiert. Gerade das macht sie umso interessanter.
Auf der Rückseite der ersten Fotografie steht geschrieben: Theo Verdonck + 1913. Theo Verdonck war zu jener Zeit in der Garage Auto-Palace des Herrn De Schaapmeester tätig, gelegen an der Tentoonstellingslaan in Gent. Nach den uns vorliegenden Informationen handelte es sich dabei nicht um eine markengebundene Vertretung, sondern um einen Verkaufs- und Reparaturbetrieb, der mehrere Marken führte, darunter Minerva, FN und Delaunay-Belleville.
Anhand der Silhouette und der konstruktiven Details scheint das abgebildete Fahrzeug jedoch älter als 1913 zu sein. Wir gehen vorläufig von einem Baujahr um 1904 aus, auch wenn hierfür bislang kein eindeutiger Beweis vorliegt.
Die zweite Fotografie wirft durch ein auffälliges, an den Rädern angebrachtes Zubehör sofort Fragen auf. Josef fragte uns nach dessen Verwendungszweck. Unser erster Gedanke war, dass es sich um eine praktische Vorrichtung zum Entfernen von Straßenschmutz – und in jener Zeit nicht selten von Pferdemist – von den Rädern handeln könnte. Eine gesicherte Aussage ist jedoch nicht möglich.
Unstrittig ist hingegen, dass das Fahrzeug intensiv genutzt wurde. Der Vorderreifen weist eine sichtbare Reparatur auf, und die Scheinwerfer fehlen. Die Zulassung 11010 war auf Le Blanc Gaston ausgestellt, wohnhaft in der rue Solferino 23 in Lille, Frankreich. Aufgrund der allgemeinen Proportionen und technischen Merkmale vermuten wir, dass es sich um einen 20 PS Crossley handeln könnte, wenngleich auch dies vorerst eine Hypothese bleibt.
Die dritte Fotografie stammt aus einer späteren Zeit und lässt sich leichter einordnen. Dank der charakteristischen Erscheinung des Wagens und des deutlich sichtbaren britischen Kennzeichens konnten wir in unserem Archiv eine vergleichbare Aufnahme finden. Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen Blériot-Whippet aus dem Jahr 1921 handelt, einen typischen Cyclecar, gebaut von der britischen Firma Air Navigation & Engineering Co. Ltd..
Das Kennzeichen XF6338 wird häufig als das einzige erhaltene Exemplar genannt. Ob dieses Fahrzeug heute noch tatsächlich auf der Straße unterwegs ist, ist uns nicht bekannt.
Wir hoffen, dass Sie uns weiterhelfen können.
Text: Laurens Klein
Bilder: Josef de Baets
An interesting selection of similar devices to protect against splashing water/dirt to the detriment of other road users. Thank you very much, that confirms my assumption, which was based solely on common sense.