Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Es scheint, dass es auf dem Kontinent keinen Mangel an jungen Enthusiasten gibt, die sich auf Vorkriegsfahrzeuge spezialisieren möchten, und es ist immer ermutigend, von weiteren zu hören. Ein hart arbeitender junger Restaurator, der kürzlich unsere Aufmerksamkeit erregt hat, ist Cornelius Pfützner von der Stellmacherei Pfützner in Deutschland. Cornelius ist erst 24 Jahre alt und gründete sein Unternehmen 2022. Mittlerweile ist er zunehmend bekannt als Hersteller und Restaurator von Holzaufbauten und Holzrädern.
Zu seinen bisherigen Projekten gehören unter anderem der umfassende Wiederaufbau eines BMW 319 Cabriolets aus 1936, ein Holzverdeck für eine Adler Standard 6 Limousine aus 1929, ein zweisitziger Rennaufbau für ein Fiat 501 aus 1924 sowie ein neuer Kübelwagen-Aufbau für einen ehemaligen deutschen Mercedes-Benz Type Stuttgart. Jüngst war Cornelius auch intensiv in die Restaurierung eines Marendaz Special aus 1935 im Auftrag von Kranz Oldtimer-Service involviert, dessen Werkstatt vielen europäischen Lesern bereits bekannt sein dürfte.
Cornelius erklärt, wie sich seine Leidenschaft für Vorkriegsaufbauten entwickelte: „Vorkriegsfahrzeuge haben immer eine Rolle in meinem Leben gespielt. Als Kind hatte mein Vater eine kleine Sammlung historischer Autos und eine private Werkstatt, in der er seine Freizeit verbrachte. Ich war fasziniert davon, Teile zu fertigen, zu reparieren und zu restaurieren, also verbrachte ich viel Zeit dort und sammelte viel Erfahrung im Umgang mit Vorkriegsfahrzeugen. Schon damals arbeitete ich besonders gerne mit Holz.“
Mit 15 Jahren wusste er bereits, dass er Karosseriebauer werden wollte. Die einzige Frage war, wie er dies umsetzen konnte: „Ich traf wahrscheinlich Deutschlands letzten alten Meister der Holzkarosseriebaukunst, Uwe Thiede, auf einer Veranstaltung. Er war ein dritter Generation Karosseriebauer und gab mir die perfekte Gelegenheit, dieses seltene Handwerk zu erlernen. Nach meiner Lehre als Tischler arbeitete ich einige Jahre in seiner Werkstatt. Dank ihm erlernte ich die Fähigkeiten, Holzkarosserien auf alten Maschinen und auf die ursprüngliche Weise zu fertigen. Mit 19 Jahren kaufte ich mein erstes Vorkriegsfahrzeug, einen Fiat 503 aus 1927, in sehr schlechtem Zustand. Innerhalb von zwei Jahren restaurierte ich das Fahrzeug vollständig zu einem Zweisitzer im Rennstil und sammelte auch Erfahrungen im Umgang mit Aluminium in Verbindung mit Holz.“
Leider zwangen tragische Umstände Cornelius, schon in so jungen Jahren ein eigenes Geschäft zu gründen: „Durch den plötzlichen Tod meines alten Meisters führte ich seine Werkstatt mehr als sechs Monate lang alleine weiter und vollendete die Kundenprojekte, die wir begonnen hatten. Danach entschied ich mich, nach Dresden zu ziehen und dort meine eigene Werkstatt zu gründen. Für mich ist Dresden die schönste Stadt Deutschlands, und es hat eine lange Geschichte im Karosseriebau. Zu dieser Zeit hatte ich auch die meisten meiner Kontakte im Vorkriegsbereich dort.“
Heute ist Cornelius in seiner eigenen kleinen, aber gut ausgestatteten Werkstatt erfolgreich etabliert und fährt weiterhin mit seinem Fiat sowie einer kleinen Sammlung von Vorkriegs-Motorrädern. Er arbeitet alleine, aber er genießt die unterschiedlichen Herausforderungen, die jedes neue Projekt mit sich bringt. „Alle meine Projekte haben ihren eigenen Charme. Ich baue am liebsten Fahrzeuge aus den späten 20er- und frühen 30er-Jahren und besonders Sportwagen, aber das älteste Fahrzeug, an dem ich bisher gearbeitet habe, war ein MAF aus 1910. Es ist immer eine Herausforderung, wenn fast kein originales Holz mehr vorhanden ist. Dann muss ich nach Originalfotos rekonstruieren oder die Blechhaut als Vorlage nutzen. Originalzeichnungen und Skizzen sind fast nie erhalten. Ich habe auch Fahrzeuge komplett rekonstruiert, bei denen nur das Fahrgestell übrig war – das ist sehr interessant und herausfordernd, aber auch viel Spaß.“
Was den Karosseriebau betrifft, hat Cornelius nahezu jeden Teil des Prozesses gemeistert, und die Herstellung von Holz-Artillerierädern ist eine seiner Spezialitäten. Er zieht eindeutig viel Zufriedenheit aus seiner Arbeit und freut sich, neue Kunden zu treffen. Wir hoffen, dass seine frühen Bemühungen nur der Anfang von vielen interessanten und erfolgreichen Jahren im Karosseriebau sind. Obwohl er derzeit viel zu tun hat, sieht er eine mögliche Erweiterung seines Unternehmens in der Zukunft.
Wenn Sie Cornelius für ein Projekt kontaktieren möchten, erreichen Sie die Stellmacherei Pfützner unter Fritz-Schreiter-Straße 31, 01259 Dresden, Deutschland. Besuche sind nach vorheriger Absprache möglich. Alternativ können Sie ihn unter +49 151 67854760 anrufen oder die Website www.stellmacherei-pfuetzner.com für weitere Informationen besuchen.
Text: Zack Stiling
Fotos: Steve Bauerschmidt und Cornelius Pfützner