Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Dass das diesjährige Royal Automobile Club Concours ein spektakuläres Ereignis werden würde, zeichnete sich bereits bei unserem ersten Blick auf die Concours d’élégance-Klassen in der vergangenen Woche ab (hier klicken, falls Sie es verpasst haben). Doch eine Kategorie haben wir bislang noch nicht näher betrachtet – und sie verdient unserer Meinung nach besondere Aufmerksamkeit: die 1000 Miles Trial.
Im Frühjahr 1900, als Pferde noch das Straßenbild beherrschten und Automobile weithin als laute, unzuverlässige Spielzeuge für Wohlhabende abgetan wurden, machte sich eine Gruppe von Pionieren daran, etwas wirklich noch nie Dagewesenes zu wagen. Der Automobile Club of Great Britain and Ireland – später bekannt als der Royal Automobile Club – stellte eine kühne Herausforderung: Eine Reise über eintausend Meilen durch Großbritannien, innerhalb von fünfzehn Tagen zu absolvieren, ausschließlich mit Dampf-, Benzin- oder Elektroantrieb.
Ihre Mission? Der Welt zu zeigen, dass das Automobil keine vorübergehende Modeerscheinung war, sondern ein revolutionäres Verkehrsmittel.
Am frühen Morgen des 23. April 1900 versammelten sich 83 Fahrzeuge an der Ecke des Hyde Parks in London. Die Szene war außergewöhnlich: dampfbetriebene Kutschen mit hohen Schornsteinen, elektrisch angetriebene Dreiräder und knatternde Benzinwagen – gesteuert von Herren in Staubmänteln, Damen mit verschleierten Hüten und Abenteurern aus Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten.
Die Strecke war ehrgeizig: Über Bristol, Birmingham, Manchester, Edinburgh, Newcastle und Leeds hofften die Teilnehmer – sofern alles gut lief – triumphierend nach London zurückzukehren. Doch nicht alle erreichten das Ziel. Die Straßen waren oft kaum mehr als schlammige Spurrillen, Wegweiser so gut wie nicht vorhanden, und technische Pannen waren an der Tagesordnung: geplatzte Reifen, überhitzte Motoren, leere Batterien und gelegentlich ein außer Kontrolle geratener Dampfkessel.
Wo immer der Tross auftauchte, säumten neugierige Menschen die Straßen. Zeitungen berichteten täglich über die Reise – mit einer Mischung aus Erstaunen und Bewunderung. Für viele Zuschauer war dies die erste Begegnung mit dem „mechanischen Zauber“ des Automobils.
Am letzten Tag, als die ersten Wagen nach Hyde Park zurückkehrten, hatten sie über 1.000 Meilen (rund 1.600 Kilometer) zurückgelegt. Einige kamen ohne nennenswerte Pannen an, andere hatten beinahe ununterbrochen reparieren müssen. Aber sie kamen an – und die Welt begann, das Automobil mit anderen Augen zu sehen.
Die 1000 Miles Trial erwies sich als Wendepunkt. Sie zeigte nicht nur die technischen Fähigkeiten des Automobils auf, sondern bewies auch, dass Fernreisen mit dem Auto sowohl möglich als auch erstrebenswert waren. Sie markierte den Beginn einer neuen Ära der individuellen Mobilität.
In diesem Jahr, zum 125. Jubiläum dieses bahnbrechenden Ereignisses, wird die 1000 Miles Trial beim Royal Automobile Club Concours mit einer eigenen Sonderklasse gewürdigt. Ein besonderes Highlight ist dabei die Teilnahme des Wolseley 3.5hp Voiturette von 1899, liebevoll „OWL“ genannt – nach dem markanten Nummernschild. Entworfen von Herbert Austin, war dieser Wolseley ein Klassensieger bei der ursprünglichen Trial und zählt heute zu den eindrucksvollsten noch erhaltenen Fahrzeugen dieser Epoche.
Unter den weiteren Fahrzeugen, die den Pionieren der ursprünglichen Trial Tribut zollen, befinden sich mehrere historisch bedeutsame Exemplare: das einzig bekannte überlebende Simms von 1900 – ein seltenes Zeugnis früher britischer Ingenieurskunst; ein De Dion-Bouton Vis-à-Vis von 1899, der den Einfluss eines der produktivsten französischen Hersteller der Jahrhundertwende verkörpert; sowie ein Quadricycle aus demselben Jahr, stellvertretend für die leichten, motorisierten Kutschen jener Zeit. Ebenfalls vertreten sind zwei frühe Daimler-Modelle – aus den Jahren 1897 und 1900 – die die technische Entwicklung unter Gottlieb Daimlers Vision verdeutlichen, sowie ein Renaux Tricycle von 1899, ein hervorragendes Beispiel für einen weniger bekannten, aber innovativen französischen Hersteller aus der Frühzeit des Automobils.
Dies verspricht eine seltene Gelegenheit zu werden, den Geist der ursprünglichen 1000 Miles Trial noch einmal lebendig werden zu lassen. Die PreWarCar.com-Community ist herzlich eingeladen, am Mittwoch, den 9. Juli als Gäste beim Concours teilzunehmen. Registrieren Sie sich über die offizielle Website mit dem Zugangscode prewarcar-69f53vm, um sich Ihr Ticket zu sichern.