Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Wenn man an Elektroautos denkt, kommen einem vielleicht moderne Teslas oder futuristische Stadtflitzer in den Sinn. Doch Elektrofahrzeuge sind keine Erfindung der letzten Jahre – sie surren schon seit Jahrzehnten leise durch die Geschichte. Lange bevor die Welt sich über Klimawandel oder CO₂-Bilanzen Gedanken machte, träumten kluge Köpfe bereits von kompakten, batteriebetriebenen Fahrzeugen – ideal für enge Städte und unruhige Zeiten.
Eines der faszinierendsten Beispiele? Ein winziger elektrischer Dreiradwagen, entwickelt am Vorabend des Zweiten Weltkriegs – ein Fahrzeug, das in einer zunehmend chaotischen Welt auf leise, praktische und bezahlbare Mobilität setzte.
Dieser kleine Elektroflitzer war das Werk des französischen Ingenieurs Pierre Faure, der gemeinsam mit dem Designer Michel Dufet einen Zweisitzer entwarf, der von einem Elektromotor und sechs Batterien à 100 Ampere und 72 Volt angetrieben wurde. Das Fahrzeug wog 550 Kilogramm und konnte in nur 12 Stunden über eine gewöhnliche Steckdose vollständig aufgeladen werden. Anders als viele andere Elektroautos jener Zeit galt es als komfortabel bei einer Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h und verfügte über eine Reichweite von 50 bis 75 Kilometern – auch nach heutigen Maßstäben durchaus stadtauglich.
Faure richtete sich an den sparsamen Fahrer. Laut der Originalbroschüre kostete das Aufladen in Paris lediglich sechs Francs. Wer täglich rund 60 Kilometer fuhr, zahlte im Jahr etwa 6.000 Francs. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Benziner kam auf rund 80.000 Francs jährlich – mehr als das Dreizehnfache.
Trotz seines innovativen Konzepts konnte sich das Fahrzeug nie am Markt durchsetzen. Schätzungen zufolge wurden lediglich etwa 20 Exemplare gebaut, erhaltene Modelle sind heute äußerst rar. Vor einigen Jahren versteigerte das Auktionshaus Aguttes eines dieser Fahrzeuge, vermutlich Baujahr 1941. Es befand sich in bemerkenswert originalem Zustand – inklusive Aluminiumrädern und sogar den originalen Batterien. Auch wenn der Begriff „oily rag“ hier vielleicht nicht ganz zutrifft, beschreibt er doch gut den Erhaltungszustand. Der Wagen erzielte einen Preis von 12.400 Euro.
Auf dem Foto mit dem Fahrzeug zu sehen ist Jeanne Aline Augustine Parisys, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Mademoiselle Parisys. Sie war ein gefeierter Star der Revue Midnight Follies und begeisterte in den 1920er- und 1930er-Jahren das Publikum nicht nur in Paris, sondern in ganz Europa mit Gesang und Tanz. Geboren im Jahr 1900, erreichte sie das beeindruckende Alter von 103 Jahren. Sie starb 2003.
Text: Jeroen Booij
Fotos: Le Mémorial de Falaise / Aguttes
45 km/hr would have confined it to city use. At least when you were stopped in traffic it didn't use any "juice."
An amazing attempt at the future.