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Der außergewöhnliche Phantom der Gräfin di Frasso

Wir hätten wissen können, dass der extravagant karossierte Sedanca de Ville, der zusammen mit Ginger Rogers im Farbfilm ‘Lady in the Dark’ von 1943 zu sehen war (hier klicken), ein Werk von Howard ‘Dutch’ Darrin war. Sein Name ist mit mehreren Karosseriebauern verbunden – Hibbard & Darrin, Fernandez & Darrin und schlicht Darrin of Paris –, doch Darrin ist dabei der gemeinsame Faktor, und unser Mann ist Howard. Howard Darrin unterhielt auch enge Beziehungen zu den Karosseriebauern Brewster und LeBaron. Das erste Unternehmen, das seinen eigenen Namen trug – Hibbard & Darrin –, gründete er jedoch gemeinsam mit Thomas L. Hibbard in Paris. Das zweite – Fernandez & Darrin – hatte ebenfalls sein Büro und seine Werkstatt in Paris und entstand zusammen mit Jean Fernandez. Das dritte – Darrin of Paris – wurde nach Darrins Rückkehr in die USA gegründet. Trotz seines Namens hatte es seinen Sitz in Hollywood.

 

Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass der amerikanische Stilist, Designer und Karosseriebauer par excellence seine Automobile für die Reichen und Berühmten baute: die Stars und Persönlichkeiten der damaligen Gesellschaft. Darrins Unternehmen warben nur wenig, waren jedoch auf allen bedeutenden Automobilsalons und Concours-Veranstaltungen vertreten und gewannen eine beeindruckende Zahl an Trophäen. Ein Bericht formulierte es folgendermaßen: “Das größte Verkaufstalent des Unternehmens war einer seiner Gründungspartner, Howard A. Darrin. Darrin war ein kenntnisreicher Antiquitätensammler, Polospieler, Jagdflieger des Ersten Weltkriegs und ein vollendeter Frauenheld. Innerhalb weniger Jahre wurde er mit der Pariser High Society bestens bekannt, was dem Ausstellungsraum des Unternehmens einen stetigen Strom amerikanischer Expatriates, Touristen und wohlhabender Europäer bescherte.

Eine von ihnen war Gräfin di Frasso, die als Dorothy Cadwell Taylor mit einem gewaltigen silbernen Löffel im Mund in die höchsten Kreise New Yorks hineingeboren wurde. Ihre Lebensgeschichte liest sich wie eine endlose Aufzählung exotischer Reisen, extravaganter Einkäufe, rauschender Feste, komplizierter Affären und prachtvoller Hochzeiten. Und an Klatsch mangelte es ebenfalls nicht. Auch Flugzeuge, Jachten, Schoner und Automobile spielten darin eine Rolle.

 

Der Rolls-Royce ist davon wahrscheinlich das bekannteste Beispiel. Er begann sein Leben als links gelenkter Phantom II von 1933 mit einer Limousinenkarosserie von Brewster. Als die Gräfin jedoch den Phantom ‘Town Car’ der Filmschauspielerin Constance Bennett sah, wusste sie, dass auch ihr eigenes Automobil eine Verwandlung benötigte. Der Rolls-Royce wurde in Darrins Werkstatt in Hollywood gebracht und dort 1937/’38 in den flamboyanten Sedanca de Ville verwandelt, den Sie hier sehen. Eine andere Quelle besagt, dass die Karosserie in Paris unter dem Namen Fernandez & Darrin entstand, nach der Geschäftsaufgabe von Fernandez & Darrin jedoch in der Werkstatt von Franay vollendet wurde.

 

Ursprünglich war das Automobil schwarz – zumindest nehmen wir das an. Das würde bedeuten, dass der in ‘Lady in the Dark’ zu sehende Metallic- oder Metal-Flake-Lack eigens für den Film aufgetragen worden sein könnte. Wir fanden außerdem heraus, dass der Wagen im Film ‘Midnight’ von 1939 mit Claudette Colbert sowie in einer Zeitschriftenanzeige von 1951 mit dem Tennisstar Gussie Moran erschien – in beiden Fällen schwarz lackiert. Heute muss er sich wohl verborgen in einer Privatsammlung befinden, denn offenbar wurde er seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich gezeigt.

 

Text: Jeroen Booij
Fotos: coachbuild.com

 

Publiziert:
Montag August 24th, 2026
Herman van oldeneel
24 August, 19:14
thank you for mentioning her name.
On You tube is a virtual tour about the collection. Many Pebble Beach contenders/winners. Ferrari's, Bentley's, Hispano Suiza's, Horch Voll & Ruhrbeck, Aurelia proto, Daimler, Alfa's, RR, and so on. The virtual tour lasted 3/4 hour! Very impressive!
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David Watts
24 August, 04:13
The car is in the late Bob Lee's collection in Reno, NV. It is now owned by his widow (a serious car person in her own right) Anne Brockington Lee.
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