Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Wer an das Hershey Fall Meet der AACA denkt, denkt sofort auch an die Auktion von RM Sotheby’s. Das renommierte Auktionshaus sorgt sonst für Schlagzeilen mit Rekordpreisen für glänzende, exklusive Automobile. Doch in Hershey geht es zurück zu den Wurzeln: pure amerikanische und europäische Automobilgeschichte.
In unserem Newsletter haben wir bereits unsere Favoriten vorgestellt. Heute zeigen wir einige besondere Lots: das teuerste, das günstigste, das größte, das kleinste – und das außergewöhnlichste.
Zu Beginn des Motorsports spielte Panhard et Levassor eine Schlüsselrolle. Die französische Marke gewann unter anderem in Paris–Rouen 1894 und Paris–Bordeaux–Paris 1895. Nach 1900 konzentrierte man sich auf Luxusautos, doch dieser Type Q von 1908 ist eine Ausnahme. Ursprünglich in Paris ausgeliefert, gelangte er bald nach Mexiko, wo Don Pedro Suinaga und Fahrer Augustine Casaux an Geschwindigkeitsrennen teilnahmen. Er überlebte nahezu unversehrt, wurde in den 1940er Jahren wiederentdeckt und mehrfach restauriert.
Mit 10,5-Liter-Vierzylinder und Kettenantrieb ist es eine beeindruckende Maschine. Die Schätzung von 800.000–1.200.000 USD überrascht nicht. Uns fehlt etwas Patina, aber der zukünftige Besitzer wird sicher wissen, wie er das ergänzt – und sonst darf er uns gerne anrufen.
Ein echtes amerikanisches Symbol und direkter Konkurrent des Ford Model A. Bis heute gibt es zwei Lager: Ford oder Chevrolet. Dieses Coupé wirkt in sehr gutem Zustand und ist mit einer Schätzung von 10.000–15.000 USD ein attraktiver Einstieg in die Vorkriegswelt.
14 Sitze, vier Türen auf einer Seite, 483 cm Radstand und ein Sechszylinder – dieser White 706 hat alles. In den 1930er Jahren transportierten diese ikonischen Open-Air-Busse zahllose Besucher durch die amerikanischen Nationalparks.
Dieses Exemplar wurde ursprünglich an den Yellowstone National Park geliefert, später auf einer Ranch eingesetzt und 2011 von der Historic Flight Foundation vollständig restauriert. Die Schätzung liegt bei 275.000–325.000 USD. Eine seltene Gelegenheit.
Das älteste und zugleich das kleinste. Ein alter Bekannter unseres Teams: 2017 stand dieses Dreirad auf unserem Stand beim Salon Retromobile, damals noch ein Rätsel. Laut RM Sotheby’s handelt es sich um einen Bausatz von Automoto, mit dem – offenbar von einem J. DeFrance – ein Dreirad gebaut wurde.
Mit Schwingachse, Riemenantrieb und dem auffälligen Wassertank (zugleich Kühler) besitzt es einen einzigartigen Charme. Ob fahrbereit gemacht oder als Blickfang im Büro – bei 15.000–25.000 USD ist es ein reizvolles Projekt.
Und dann das: ein fast 2,5 Meter großer Mann mit imposantem Schnurrbart, genannt Oscar, der einen Zirkuswagen zieht. 1920 für eine Brauerei in Milwaukee gebaut, wechselte er mehrfach den Besitzer und das Fahrgestell. Hier geht es nicht um Technik, sondern um die Show. Ein rollendes Stück Reklamegeschichte – und wie wäre es, neben diesem Wagen im Stau zu stehen?
Text von Laurens Klein