Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Mit seinen freiliegenden Zylindern, so groß wie Milchkannen, war der 20-Liter-V4 von J. Walter Christies Rennwagen alles andere als ein gewöhnliches Vorkriegsauto. Nur wenige Fahrzeuge verdienen das Etikett „verrückt“ so sehr wie dieser.
Das Erste, was bei Christies Wagen ins Auge fällt, ist der gigantische Motor – doch es war vor allem die Art, wie er das Fahrzeug antrieb, die ihn so einzigartig machte. Quer zwischen den Vorderrädern montiert, diente der Motor nicht nur dem Vortrieb. Das beeindruckende Kurbelgehäuse aus Nickelstahl war ein integraler Bestandteil des Rahmens: Es ersetzte die Vorderachse und verlieh der Front zugleich eine außergewöhnliche Steifigkeit.
Der Motor verfügte über eine einzelne Nockenwelle zur Steuerung der großen Auslassventile, während die Einlasssteuerung offenbar über acht Ventile erfolgte – sofern wir das richtig verstanden haben. Der Kühler befand sich direkt vor dem Fahrer; die Lenksäule führte mitten hindurch. Dazwischen saß der Vergaser, genau zwischen Motor und Kühler. Der V4 leistete schätzungsweise zwischen 100 und 130 PS – doch stellt euch nur das Drehmoment vor! Man sagte, er erreiche 120 Meilen pro Stunde (etwa 193 km/h) bei gerade einmal 1.200 Umdrehungen pro Minute. Übrigens: Die Frontantriebs-Konfiguration ließ keinen Platz für Bremsen an der Vorderachse…
Das Fahren dieses Wagens muss eine echte Herausforderung gewesen sein. Beim Großen Preis von Frankreich 1907 bei Dieppe absolvierte der Wagen einige schnelle Runden mit fast 60 mph Durchschnitt, musste jedoch nach nur vier Runden wegen Überhitzung und Kupplungsproblemen aufgeben. Trotzdem war es ein Meilenstein: das erste US-amerikanische Auto, das jemals an einem französischen Grand Prix teilnahm.
Zurück in den USA lief es erfolgreicher – mit Einsätzen in New York, Boston, Massachusetts und Minnesota. Doch auf einer Rennstrecke bei Pittsburgh, Pennsylvania, kam es zu einem Unfall mit einem anderen Fahrzeug.
Der Wagen wurde zwar repariert, aber auf seltsame Weise nahm Christies Co-Pilot Lewis Strang das Auto während Christies Krankenhausaufenthalt zu unerlaubten Fahrten mit – und verkaufte es sogar! Der Wagen war noch ein oder zwei Jahre im Einsatz zu sehen, doch zu diesem Zeitpunkt war Christies Firma, die Christie Direct Action Motor Car Company, bereits in die Insolvenz gerutscht. Christie selbst hatte jedoch bereits ein neues Automobilunternehmen gegründet. Später sollte er noch einige bemerkenswerte Fahrzeuge entwickeln, darunter ein New Yorker Taxi mit Vorderradantrieb, ebenso Feuerwehrfahrzeuge mit Vorderradantrieb, sowie gepanzerte Fahrzeuge und amphibische Panzer. Von der V4 Special und den Entwicklungsmodellen ist heute leider keines mehr erhalten.
Text: Jeroen Booij
Bilder: Old Machine Press
The 20 liter V4 was a BEAST! It actually drove through both front wheels. There were flywheels and clutches at either end of the engine then through rudimentary universal joints and shafts to the wheels.
The two wheels on the RHS were to give better drive on the corners as there was NO differential.
The orientation of the cylinders was to put some weight on the back wheels.
The radiator was located also to put some weight on the back wheels.
I believe this incredible machine was eventually broken up for scrap.