Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Rétromobile und Bugatti bilden ein Duo wie Burgund und Brie – und auch in diesem Jahr ist das keine Ausnahme. Besonders erfreulich ist, dass sich die Veranstalter der Messe 2026 (28. Januar bis 1. Februar) bewusst auf etwas anderes als die allzu oft gezeigten Fahrzeuge konzentrieren. Dass es sich um das 50-jährige Jubiläum handelt, spielt dabei sicher eine Rolle. In ihren eigenen Worten: “Rétromobile würdigt das Genie Ettore Bugattis, indem eine der weniger bekannten Schöpfungen des italienischen Erfinders gezeigt wird: der Presidential Railcar. Daneben werden sieben weitere mechanische Kuriositäten das handwerkliche Können und die avantgardistische Vision des Künstler-Ingenieurs hervorheben.”
Der Presidential Railcar — tatsächlich der einzig erhaltene Bugatti Autorail — wird in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern aus dem Eisenbahnsektor präsentiert und verspricht, das Herzstück einer Ausstellung zu werden, die Bugattis einfallsreichsten mechanischen Kreationen gewidmet ist. Vielleicht wissen Sie es bereits, vielleicht auch nicht, doch die Geschichte des Autorail beginnt mit dem Type 41 Royale. Ursprünglich 1926 als ultimatives Luxusautomobil konzipiert, sprengte der Royale die Grenzen in Bezug auf Leistung, Größe und Luxus. Mit einem Gewicht von über drei Tonnen war er mit einem aus der Luftfahrt abgeleiteten Achtzylindermotor ausgestattet, der rund 250 PS leistete. Obwohl Ettore Bugatti hoffte, 25 Exemplare zu verkaufen, wurden lediglich sechs (manche sagen sieben…) gebaut, und nur drei fanden zu seinen Lebzeiten einen Käufer — nicht die erhofften Könige, sondern ein Schneider, ein Gynäkologe und ein Industrieller. Ein kommerzieller Misserfolg.
1932 jedoch schlug Bugatti eine Idee vor, die den Royale-Motoren ein zweites Leben geben sollte: ihren Einsatz in Hochgeschwindigkeits-Triebwagen. Innerhalb von neun Monaten entwarf Bugatti einen 23 Meter langen, stromlinienförmigen Schienenwagen, ausgestattet mit vier dieser Motoren, auf 200 PS gedrosselt. Im regulären Betrieb erreichten diese Züge 140 km/h und stellten sogar einen Rekord von 194 km/h auf. Insgesamt wurden 88 Exemplare gebaut, doch heute existiert nur noch eines.
Und der Autorail ist nur ein Teil der Ausstellung. Besucher entdecken außerdem mehrere Bugatti-Prototypen, darunter den elektrischen Type 56 „works hack“, eine der Nachkriegs-Type-73-Sportlimousinen sowie den Type 251 Formel-1-Wagen mit quer eingebautem Heckmotor. Großartig.
Text: Jeroen Booij
Bilder: Rétromobile / L’Alsace
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