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Art déco auf seinem Höhepunkt: der Yo-yo-Delage

Es ist Juni 1933, und erneut findet im botanischen Garten von Bagatelle in Paris ein Concours d’Élégance statt. Wer hier Punkte sammeln wollte, musste mit etwas wirklich Außergewöhnlichem erscheinen – vorzugsweise präsentiert von einer ebenso bemerkenswerten Persönlichkeit. Der hier gezeigte Delage war genau das. Er war nicht nur ein außergewöhnliches Automobil, sondern wurde auch von der Schauspielerin Nadine Picard präsentiert, was dem Wagen den Ehrenpreis des Concours einbrachte. Doch bevor wir uns dem Wagen selbst widmen, ein paar Worte zu Mademoiselle Picard.

Neben ihrer Schauspielkarriere war sie offensichtlich eine leidenschaftliche Autofreundin. Sie war eine regelmäßige Erscheinung auf Concours-Veranstaltungen und trat dort oft mit unterschiedlichen Wagen auf – viele davon Delage. Bereits 1930 wurde sie zur Vizepräsidentin des Automobile Club des Artistes ernannt. 1932 spielte sie die Hauptrolle in dem Film Conduisez-moi, Madame, der die Geschichte einer Frau erzählt, die ihr Vermögen durch riskante Finanzgeschäfte verliert und wettet, dass sie für drei Monate mit ihrem Chauffeur die Rollen tauschen kann. Wenig überraschend spielen Automobile in diesem Film eine wichtige Rolle.

 

Und nun zum Delage. Es handelte sich höchstwahrscheinlich um ein D8-Chassis mit dem charakteristischen Achtzylindermotor. Dieses Exemplar erhielt eine Karosserie von Letourneur & Marchand, in deren typischem stromlinienförmigen Stil der frühen 1930er Jahre. Die Konstruktion war ein säulenloses Coupé mit markanter Dachlinie und nach hinten geneigten C-Säulen, die den hinteren Seitenfenstern ihre ungewöhnliche Form verliehen. Auf dem Brüsseler Autosalon 1932 wurde ein fast identisches schwarzes Fahrzeug präsentiert. Dieser Wagen, „Yo-Yo“ genannt, wurde in einem zeitgenössischen Bericht so beschrieben:

„Originelle Linien und große Helligkeit dank der großen Fenster und fehlender Zwischenstreben. Der rote Punkt am Heck, mit einer roten Linie bis zur Spitze des Kühlers, erinnert an das Yo-Yo.“

 

Der in Bagatelle gezeigte Wagen scheint das Gegenstück zum Brüsseler Auto gewesen zu sein, mit vielen in Weiß ausgeführten Details. Die drei Luftauslässe an den Seiten der Motorhaube kommen uns bekannt vor – haben wir sie schon einmal gesehen? Und welche Farbe hatte das „Yo-Yo“-Detail bei diesem Exemplar? Sicher ist, dass Mlle Picard ein weißes Kleid mit farblich passenden Kontrastelementen trug – offensichtlich, um perfekt mit dem Wagen zu harmonieren.

Es wird angenommen, dass auch ein dritter Delage Yo-Yo-Coupé gebaut wurde. Aber existieren diese außergewöhnlichen Fahrzeuge heute noch?

 

Text: Jeroen Booij
Foto: Bibliothèque Nationale de France

 

Publiziert:
Freitag November 7th, 2025

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