Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Eine Weltumrundung mit dem Automobil soll erstmals vor etwa hundert Jahren gelungen sein. Zwei Schweden unternahmen diese Fahrt Ende der 1920er-Jahre in einem Adler. Seit dieser ursprünglichen und wahrlich epischen Reise ist die Liste der Weltrekordfahrten rund um den Globus förmlich explodiert. Wer heute noch einen neuen Rekord aufstellen will, muss sich schon etwas sehr Kreatives einfallen lassen. Elektrofahrzeug, Amphibienfahrzeug – alles bereits dagewesen.
Eine Weltumrundung mit einem Dampfvehikel schien uns dennoch mehr als erwähnenswert. Michael List Brain war der Mann, der es wagte, und hier sehen wir ihn 1968 von der London Motor Show im Earl’s Court zu seiner Grand Global Tour aufbrechen. Sein Fahrzeug? Ein Foden C-type Sechs-Tonnen-Dampflastwagen aus dem Jahr 1926 mit dem Namen Britannia. Wer schon einmal erlebt hat, wie sich ein Dampfwagen über ein Feld bewegt, weiß, dass Geschwindigkeit nicht seine größte Stärke ist. Und wer je hinter einem auf der Straße festhing, dürfte wenig Freude daran gehabt haben. Sie bewegen sich mit der Geschwindigkeit einer Schnecke. Dem Foden C-type wird eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 12 Meilen pro Stunde zugeschrieben – was uns gar nicht einmal so schlecht erscheint. Dennoch muss Herr List Brain ein ausgesprochen geduldiger Mensch gewesen sein.
Er berechnete, dass die 23.000 Meilen lange Reise etwa 65 Tonnen Kohle und 12.000 Gallonen Wasser verschlingen würde und rund zwei Jahre dauern sollte. Die Fahrt, unterstützt von einer dreiköpfigen Mannschaft, dauerte letztlich etwa doppelt so lange – vier Jahre. Doch laut dem Steam Museum nahe Canterbury in Kent, wo List Brains Foden dauerhaft ausgestellt ist, ‘reiste sie durch so unterschiedliche Länder wie Afghanistan, Australien, Indien und die Vereinigten Staaten und hatte in ihrer Kabine Gäste von Präsidenten bis hin zu Popstars.’
Hat jemand von Ihnen sie zwischen 1968 und 1972 irgendwo auf ihrer Reise tatsächlich vorbeikriechen sehen?
Text: Jeroen Booij, Bild: Picryl
The photographs are taken from a local site.