Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Wohl das berühmteste und eindrucksvollste aller frühen Rolls-Royce-Modelle ist der 40/50 hp Silver Ghost. Bei seiner Einführung im Jahr 1907 galt er als das fortschrittlichste Automobil, das man für Geld erwerben konnte. Über ein Jahrhundert später werden diese Fahrzeuge noch immer verehrt und stehen auf der Wunschliste vieler ernsthafter Sammler. Im Zentrum stand Henry Royces großartiger 7.428 cm³ Reihensechszylinder-Motor — stark, leicht und außergewöhnlich zuverlässig. Auch das Fahrgestell war überdimensioniert konstruiert, sodass es kaum überrascht, dass zahlreiche Exemplare nicht nur überlebt haben, sondern bis heute regelmäßig genutzt und geschätzt werden.
Laut Kopien der Schoellkopf-Karte und historischen R-ROC-Dokumenten wurde ‘85TG’ ursprünglich mit einer Karosserie von Grosvenor ausgestattet und über Paddon Brothers verkauft. Die in Kilburn, Nord-London, ansässige Grosvenor Carriage Company Ltd wurde um 1910 gegründet und ist heute vor allem als bedeutender Karosserielieferant für Vauxhall bekannt. Seit mindestens 1919 konzentrierte sich Grosvenor vornehmlich auf dieses lukrative Geschäft, sodass wenig Zeit für Einzelanfertigungen auf hochwertigen Chassis wie diesem Silver Ghost blieb. Es erscheint daher durchaus wahrscheinlich, dass ‘85TG’ der einzige von Grosvenor karossierte Silver Ghost ist.
Erster Besitzer des Ghost war der französische Künstler Maxwell Norman, der das Fahrzeug bald an seinen Hausarzt Dr. Chario verkaufte. Berichten zufolge nutzte Dr. Chario den Wagen zwei Jahre lang auf Capri. Nach dieser Zeit im italienischen Sonnenschein wurde der Rolls-Royce nach Long Island, New York, verschifft und zunächst eingelagert, bevor er von Harold Priest aus Gleasondale, Massachusetts, erworben wurde. 1947 ging das Fahrzeug an F.R. Schreiter, ebenfalls aus Massachusetts, der es wiederum an William Gregor aus Flint, Michigan, veräußerte. Herr Gregor fuhr den Ghost von Neuengland nach Hause und begann mit einer vollständigen Überholung von Fahrgestell, Mechanik und Karosserie.
Gregor nutzte den Wagen regelmäßig bei Clubveranstaltungen der AACA und R-ROC, bevor er 1960 eingelagert und anschließend von Jack Skaff, ebenfalls aus Flint, erworben wurde. Mit kaum 50.000 Meilen auf dem Tacho gelangte der Ghost danach in den Besitz von Calvin T. Zahn aus Ann Arbor, Michigan, einem leidenschaftlichen Automobilsammler. Das Fahrzeug verblieb 57 Jahre (bis 2017) im Besitz der Familie Zahn.
Beiliegende Werksunterlagen zeigen, dass ‘85TG’ ursprünglich mit „antique grained black leather“ ausgestattet war — genau so präsentiert sich das Fahrzeug heute. Es ist gut möglich, dass die Sitze original sind, da sie aus diesem ungewöhnlichen Material bestehen und mit den originalen Tür- und Kick-Panels übereinstimmen. Zu den Originalinstrumenten zählen der Waltham-Tachometer, die Uhr sowie weitere Anzeigen, ergänzt durch später hinzugefügte Zusatzinstrumente aus der Touring-Zeit. Mehrere Plaketten am Armaturenbrett dokumentieren die Historie des Ghost, darunter die Teilnahme an der CCCA Grand Classic 1960 sowie die Auszeichnung mit der begehrten AACA Foo-Dog Trophy im Jahr 1949, gestiftet 1945 von AACA-Präsident D. Cameron Peck zur Ehrung eines herausragenden Rolls-Royce bei einem National Meet.
2018 wurde das Fahrzeug vom verstorbenen Charles Howard in das Vereinigte Königreich zurückgeführt, einem renommierten Händler mit außergewöhnlichem Gespür für Qualität und Stil, insbesondere für Automobile dieser Epoche. Während seiner Besitzzeit wurde der Wagen von AJ Glew wieder in Betrieb genommen, bevor er an den heutigen Eigentümer überging, der weitere Arbeiten durchführen ließ, darunter die Montage eines neuen Radsatzes mit Reifen. Mit seiner attraktiven, wohlproportionierten Originalkarosserie und dem originalen Motor fährt dieser Ghost hervorragend und stellt ein außergewöhnlich attraktives Angebot dar.
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