Das weltweite Magazin und der Marktplatz für Oldtimer-Enthusiasten – von Enthusiasten.
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Es ist mittlerweile fast schon Tradition: eine Austin Seven mitten in der Nacht heimlich zu versetzen.
Auch dieses Jahr war der zuverlässige Box Saloon von Siefers Opticum wieder das Hauptziel. Der Besitzer zuckte nur noch mit den Schultern — schließlich wurde seine geliebte Seven kurzerhand vom Parkplatz entfernt, tauchte plötzlich auf einer Wiese vor dem Hotel auf, stand später zusammen mit einer Seven Nippy in der Hotellobby und wurde am nächsten Morgen schließlich bei den Ladesäulen wiedergefunden. Das Humorlevel? Nun ja, es bewegte sich irgendwo zwischen Fußballkabine und Biergarten — und genau das macht den Charme der BeForty Rallye aus.
Für alle, die BeForty noch nicht kennen:
Man nehme hundert junge Enthusiasten (alle unter vierzig), füge etwa fünfzig Vorkriegsautos hinzu, wähle ein schönes Fleckchen irgendwo in Europa — und schon hat man ein unvergessliches Wochenende.
Hier geht es nicht nur um die Autos, sondern vor allem um die Menschen und die einzigartige Stimmung.
Gestartet in den Niederlanden, über Belgien und Frankreich, fand die Rallye dieses Jahr zum ersten Mal in Deutschland statt — genauer gesagt im idyllischen Melle.
Der Ortswechsel brachte frischen Wind — und viele neue Gesichter.
Wer immer noch glaubt, dass junge Leute kein Interesse an Oldtimern haben, irrt gewaltig: Innerhalb von 30 Minuten war die Anmeldung restlos ausgebucht — inklusive langer Warteliste.
Junge Fahrer und alte Autos? Eine goldene Kombination, wie sich zeigte.
Und das Wochenende selbst? Unvergesslich.
Fantastische Stimmung, traumhafte Strecken über rund 250 Kilometer an zwei Tagen und eine Organisation, die den Fokus klar auf das Miteinander gelegt hatte.
Die morgendlichen Stopps fanden entspannt auf Wiesen und Feldern statt — locker, offen, einladend.
Highlights waren der Besuch des Automuseums in Melle und der zünftige „Deutsche Abend“ am Samstag — natürlich stilecht in Lederhosen und Dirndl, ohne strenge Geschlechterzuweisungen.
Das Besondere war aber auch die Vielfalt der Teilnehmer und ihrer Fahrzeuge:
Erfahrene BeFortyer standen Seite an Seite mit Neulingen. Manche fuhren geliehene Klassiker, andere ihre eigenen Schätze.
Vom Rookie, der seine ersten Kilometer in einem Vorkriegswagen drehte, bis zum Profi aus der Oldtimerbranche — hier mischte sich alles wunderbar entspannt.
Und die Autos?
Ganz vorne dabei: ein beeindruckender 1905 Star, ausgestattet mit einem 10-Liter-Vierzylinder-Kopfmotor, der das ruhige deutsche Umland ordentlich wachrüttelte.
Auf der anderen Seite des Spektrums: ein 1940er Alvis 12/70, der eigenhändig von England nach Deutschland gefahren wurde.
Erwähnenswert sind auch die Brüder Angus und George Johnson, die es ebenfalls geschafft haben, die Reise mit dem familiengeführten Alfa Romeo 6C auf eigener Achse zu meistern. Chapeau!
Und nächstes Jahr? Da wagt die BeForty Rallye den Sprung über den Ärmelkanal — und findet erstmals in England statt!
Du bist unter vierzig und spürst, wie es in den Fingern kribbelt? Melde dich bei uns! Wir nehmen dich gerne in unsere lebendige WhatsApp-Gruppe auf, in der nicht nur Einladungen zur nächsten Rallye geteilt werden, sondern auch viele weitere Treffen und Veranstaltungen einer jungen, dynamischen Oldtimer-Community.
Denn eines steht nach diesem Wochenende fest: Die nächste Generation von Oldtimer-Liebhabern lebt — und wie!
Text von Laurens Klein, Fotos von Morris Klein-Laarman, Sofie Verheyden und ruetters_net.